Samtpfoten nicht immer und überall geliebt. Dem beliebtesten Haustier der Österreicher widerfährt am Donnerstag erhöhte Aufmerksamkeit, wenn der alljährliche internationale Tag der Katze begangen wird.

Von NÖN-Redaktion, APA. Erstellt am 08. August 2019 (04:56)
Bolanu Teslaru Andrei, Pixabay

So sehr die rund 1,5 Millionen Stubentiger in einem Viertel der heimischen Haushalte von ihren Besitzern auch geliebt werden, manche Menschen meinen es weniger gut mit ihnen: Katzen landen auf Speisetellern oder werden qualvoll gezüchtet.

In Südostasien werden Katzen nach wie vor gefangen und brutal getötet, um danach gegessen zu werden, machte die Tierschutzorganisation Vier Pfoten in einer Aussendung aufmerksam. "Leider werden in einigen Ländern Katzen und natürlich auch Hunde immer noch gegessen", sagte Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der Vier-Pfoten-Streunerhilfe in Südostasien.

In Vietnam werde das Gericht "Thit Meo" - zu deutsch "Kleiner Tiger" - immer beliebter. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass der Genuss von deren Fleisch zu katzenähnlichen Eigenschaften wie Beweglichkeit, Stärke und auch Glück verhelfen soll, so ein verbreiteter Glaube.

"Unsere Recherchen haben ein umfassendes und grausames Netzwerk ans Licht gebracht", sagte Polak. "Streunende Tiere werden ebenso wie Hauskatzen gestohlen und auf oft schreckliche Art und Weise getötet. Wir sprechen von Methoden wie dem massenweisen Ertränken oder Inbrandsetzen von Katzen. Letzteres ist eine schnelle Art und Weise, um das Fell zu entfernen."

Vier Pfoten kämpft gemeinsam mit lokalen NGOs gegen dieses Netzwerk, indem Bildungsprogramme in Schulen oder auch öffentliche Veranstaltungen durchgeführt werden, um über den Katzenhandel aufzuklären. Zudem werden Kastrationsprogramme und medizinische Versorgung für die Katzen bereitgestellt.

Moderassen als Qualzucht

Aber auch hierzulande leiden Katzen Qualen. So werde die Moderasse "Schottische Faltohrkatze" auch in Wien immer wieder zum Verkauf angeboten. Dabei handle es sich jedoch um Qualzucht, erklärte die Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) in einer Aussendung. Bereits ab der dritten Lebenswoche haben Katzendieser Rasse erkennbar nach vorne gekippte Ohren. "Was süß ausschaut, bedeutet für die Tiere höllische Qualen", sagte Eva Persy, Leiterin der TOW.

Hinter den charakteristischen Faltohren stecken deformierte und verkrüppelte Ohrmuscheln, die durch die Krankheit Osteochondrodysplasie verursacht werden. Die Krankheit führt weiters vor allem im Bereich der Beine und der Wirbelsäule zu sehr schmerzhaften Gelenksveränderungen und Lahmheit. "Im Laufe der Zeit empfinden die betroffenen Katzendann auch Berührungen vom Menschen als schmerzhaft", so Persy. Kostspielige Tierarztbesuche und Schmerztherapien wären in der Folge nötig, wenn die Tiere aufgrund zu großen Leids nicht schon früher eingeschläfert werden müssten.

"Wir warnen alle Katzenliebhaber davor, das Geschäft mit dem Leid dieser Tiere zu unterstützen", appellierte Persy. Sie empfiehlt, sich gründlich vor der Anschaffung einer Katze zu informieren - beispielsweise in einem Tierheim.