Wahlergebnis: Die Reaktionen der Parteichefs. SPÖ verliert landesweit 50 Mandate, die ÖVP gewinnt eines dazu. Beide Parteien zeigen sich mit dem Wahlergebnis zufrieden. Gewinne bei FPÖ, Grünen, LBL und NEOS. In 19 Gemeinden gibt es eine Bürgermeister-Stichwahl.

Update am 02. Oktober 2017 (00:18)
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Mit einem Ergebnis von 44,4 Prozent und 1.461 Mandaten bleibt die SPÖ in den Gemeinden zwar vor der ÖVP (41,8 Prozent, 1.364 Mandate), musste aber den Verlust von 50 Sitzen hinnehmen. Die FPÖ erreichte ihr Wahlziel einer Verdoppelung der bislang 79 Mandate zwar nicht, zeigte sich mit 6,3 Prozent und 144 Mandaten aber zufrieden.

Die Grünen kamen auf knapp 1,9 Prozent und hielten 27 Mandate. Das Bündnis Liste Burgenland erreichte 1,8 Prozent und 45 Mandate, die NEOS 0,27 Prozent (1 Mandat). 3,53 Prozent der Stimmen und 101 Mandate gingen landesweit an weitere unabhängige Listen in den Gemeinden.

Bei den Bürgermeistern gibt es vorerst einen Gleichstand zwischen SPÖ und ÖVP. Beide halten derzeit bei 74 Ortschefs. Die LBL hat zwei Bürgermeistersessel inne, zwei weitere gehen an die Listen in Parndorf und Rohr. In 19 Gemeinden bleibt es spannend: Hier werden die Wähler am 29. Oktober zur Bürgermeister-Stichwahl noch einmal an die Urnen gebeten.

Gemeinderatswahl 2017 Burgenland, vorläufiges Endergebnis 
APA-Grafik

Erste Reaktionen der Parteichefs

Landeshauptmann Hans Niessl: „Trotz der Dirty-Campaigning-Affäre, die sich natürlich negativ auf die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen ausgewirkt hat, sind wir eindeutig die Nummer eins geblieben. Deswegen ist das Wahlergebnis besonders positiv zu beurteilen. In vielen Stichwahl-Gemeinden haben wir sehr gute Chancen, das Bürgermeisteramt zu erobern. Deswegen bin ich positiv gestimmt, dass wir auch die Bürgermeisterpartei im Burgenland bleiben.“

Landesvize Hans Tschürtz (FPÖ): „Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Besonders freut mich auch, dass es in meiner Heimatgemeinde Loipersbach zu einer Bürgermeister-Stichwahl mit unserem Kandidaten Roman Amring kommt. Die FPÖ ist nun in 60 Prozent der burgenländischen Gemeinden vertreten. Das wollen wir bis zur Landtagswahl noch weiter ausbauen.“

ÖVP-Obmann Thomas Steiner: „Jede Gemeinde ist individuell und ist mit unseren Bürgermeistern, Vizebürgermeister und Gemeinderäten die starke Kraft vor Ort. Wir als ÖVP Burgenland stehen für starke und selbstbestimmte Gemeinden, Landeshauptmann Niessl spricht von einem Wahlsieg, wo die SPÖ auch noch fast 50 Mandate verloren hat. Das zeigt deutlich, wie weit entfernt die SPÖ von Realität ist.“

Grünen-Landessprecherin Regina Petrik: „Landesweit gab es aus unserer Sicht verschiedene Ziele. Was wir erreicht haben, ist, dass wir in mehr Gemeinden vertreten sind. Die Grünen sind jetzt in mehr Gemeinden im Burgenland vertreten, als wir es jemals waren. Schwieriger war es, die Gesamt-Mandatzahl zu halten, auch dieses Zeil wurde erreicht. Besonders freuen uns auch die Ergebnisse in jenen Gemeinden, in denen wir neu in den Gemeinderat einziehen konnten.“

LBL-Chef Manfred Kölly: „Es ist eine durchwachsene Situation, wobei wir dort, wo wir Bürgermeister hatten, auch wieder bestätigt wurden. Namenslisten werden noch mehr im Land und die brauchen natürlich Unterstützung."

NEOS-Landessprecher Dietmar Buxbaum: „Es freut uns sehr, dass wir in Pinkafeld mit Eduard Posch den Einzug in den Gemeinderat geschafft haben. Wir sind ja zum ersten Mal bei Gemeinderatswahlen im Burgenland angetreten und haben dazugelernt und jetzt einmal eine gute Basis gelegt. Die Arbeit wird natürlich weitergehen.“