ÖVP und SPÖ erklärten sich zu Wahlsiegern. Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hat am Sonntagabend seine Partei zum Wahlsieger der Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen erklärt. "Wir sind die Nummer Eins bei den Mandaten und haben diese Wahl gewonnen", sagte er am Abend. Gleiches tat allerdings auch ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner, der einen "eindeutigen" Sieg sah.

Von Redaktion, APA. Update am 01. Oktober 2017 (23:22)
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APA/Robert Jäger

Die Dirty Campaigning-Affäre habe sich "natürlich negativ" auf die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl ausgewirkt, bekannte Niessl. Von daher sei das Ergebnis "besonders positiv zu beurteilen". Er bezeichnete das Ergebnis auch als "die erste Niederlage der 'Kurz-ÖVP'". In der Zahl der Gemeinderatsmandate sei man die Nummer Eins und die ÖVP die Nummer Zwei - und "damit hat der (ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian, Anm.) Kurz seine erste Niederlage", meinte Niessl.

Man habe ein "super Ergebnis" erreicht, meinte auch Steiner Sonntagabend. Die Aussage von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), wonach die Sozialdemokratie Wahlsieger wäre, bezeichnete Steiner als "Realitätsverweigerung".

Gemeinderatswahl 2017 Burgenland, vorläufiges Endergebnis 
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Es sei ein "guter Tag für die Volkspartei Burgenland und ein guter Tag auch für das Burgenland", konstatierte Steiner. Die ÖVP habe bei den Mandaten geringfügig zugewonnen, während die SPÖ verloren hätte. Bei den Bürgermeistern sei man mit der SPÖ beinahe gleichauf. Er gehe davon aus, dass man den Abstand bei den Stichwahlen am 29. Oktober weiter verringern werden können.

Das Abschneiden der FPÖ bei den Kommunalwahlen im Burgenland sei für ihn "sehr erfreulich", zog der burgenländische Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz Bilanz über den Urnengang. Es sei grundsätzlich erkennbar, dass man dort, wo man gute Kandidaten habe, auch gute Ergebnisse erreiche. Zwar gehe es sich mit der angestrebten Mandatsverdoppelung nicht ganz aus, er sei aber trotzdem "erfreut, dass es so tolle Ergebnisse gibt", so Tschürtz.

Die Grünen hätten ihr Ziel, im Burgenland in mehr Gemeinderäten als je zuvor vertreten zu sein, erreicht, sagte Landessprecherin Regina Petrik. Das zweite Ziel, ein deutliches Wachstum an Mandaten, habe man leider nicht erreicht. Vor allem in Gemeinden, wo neue Listen antraten, sei es für die Grünen schwierig gewesen.

Bürgermeisterwechsel in einigen Gemeinden

In einigen Gemeinden brachte die Kommunalwahl auch Bürgermeisterwechsel. SPÖ und ÖVP tauschten einige Ortschefs. Bocksdorf (Bezirk Güssing) und Neuhaus am Klausenbach (Bezirk Jennersdorf) gingen etwa von der ÖVP an die SPÖ und Großmürbisch (Bezirk Güssing) und Tadten (Bezirk Neusiedl am See) von der SPÖ an die ÖVP.

Auch einige Stichwahlen zeichneten sich ab: Mangels einer absoluten Mehrheit für einen Kandidaten am Sonntag wird in zumindest fünf Kommunen erst in vier Wochen über den Bürgermeister entschieden. In Hannersdorf (Bezirk Oberwart), Kleinmürbisch (Bezirk Güssing), Königsdorf (Bezirk Jennersdorf) sowie in Lutzmannsburg und Ritzing (beide Bezirk Oberpullendorf) dürfen die Wähler am 29. Oktober noch einmal ihre Stimme abgeben.