15 Raikas bleiben erhalten. Trotz Schließung von drei Kleinstbankstellen im Bezirk Jennersdorf und sechs im Bezirk Güssing bleibt Raiffeisen mit 15 Filialen die Nummer eins in der Region.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 14. Dezember 2017 (08:30)
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„Wir bleiben flächendeckend aufgestellt“, sagt Geschäftsleiter Ewald Richter.
BVZ, zVg

Der Bezirk Oberwart hat den Anfang gemacht und sechs Kleinstbankstellen geschlossen, vergangene Woche zogen die beiden Raiffeisenbezirksbanken Güssing und Jennersdorf nach und gaben bekannt, dass auch in den beiden südlichen Bezirken insgesamt neun Kleinstbankstellen geschlossen werden. Betroffen sind die Gemeinden Gaas, Gerersdorf, Güttenbach, Tobaj, Ollersdorf, Litzelsdorf (Raika Güssing) sowie Dt. Kaltenbrunn, Mogersdorf und Minihof-Liebau (Raika Jennersdorf).

In jedem Bezirk bleibt Raiffeisen Nummer eins

Dennoch verfügt Raiffeisen weiterhin klar über das dichteste Filialnetz im südlichen Burgenland, die 15 bestehenden Bankstellen sollen künftig mehr Beratung und Service anbieten. „Wir haben 130 Bankstellen im Land. Unser Mitbewerber mit den meisten Filialen hat 17, alle Mitbewerber gemeinsam haben 80. Wir haben Klein- und Kleinstbankstellen sehr verantwortungsvoll geführt, solange wir sie führen können. Das hat nichts mit dem Profit zu tun, sondern mit der Qualität, die wir den Kunden dort bieten können“, sagt Rudolf Könighofer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Burgenland. Als Grund für die Schließungen nennt Raiffeisen immer höhere werden Auflagen im Bereich der Regulierung, die von Kleinstbankstellen nicht mehr geleistet werden können.

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Neun Bankstellen der Raiffeisen-Bezirksbanken Güssing und Jennersdorf werden geschlossen. Betroffen sind die Standorte in Gaas, Gerersdorf, Güttenbach, Tobaj, Ollersdorf und Litzelsdorf sowie in Dt. Kaltenbrunn, Mogersdorf und Minihof-Liebau. Im Bezirk Güssing bleiben elf Filialen erhalten, im Bezirk Jennersdorf vier.
BVZ

Zum Tragen komme auch geändertes Kundenverhalten, wie Geschäftsleiter Ewald Richter von der Raiffeisenbezirksbank Güssing betont: „Wenn ein Kunde heute in eine Bank kommt, dann will er das komplette Serviceangebot – und das wird in den bestehenden Filialen sogar ausgebaut.“ Deshalb plant man derzeit kleinere bauliche Adaptierungen an den Standorten, einen fixen Schließungstermin gebe es noch nicht: „Wir haben uns das Ende des ersten Quartals 2018 als Ziel gesetzt“, sagt Richter. Anders als in Oberwart wird es im Bezirk Güssing aber kein Shuttle-Service geben, man setze auf „individuelle Lösungen“, wie Richter betonte.

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„Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten“, sagt Vorstandsdirektor Alfred Weinhofer.
BVZ

Diese soll es auch in Jennersdorf geben, allerdings zusätzlich zu einem fixen Shuttledienst an jedem ersten des Monats, wie Vorstandsdirektor Alfred Weinhofer im Gespräch mit der BVZ erklärt: „Die zur Schließung vorgesehenen Filialen werden am 2. Februar den letzten Tag geöffnet haben, ab 1. März gibt es dann ein Shuttleservice.“

Alle neun Kleinstbankstellen befinden sich im Eigentum von Raiffeisen, in den kommenden Wochen sollen Gespräche mit den Gemeinden über eine mögliche Nachnutzung der Gebäude geführt werden.

Zahlen und Fakten

Die Raiffeisenbezirksbank Güssing hat insgesamt 25.000 Kunden , die von 70 Mitarbeitern betreut werden. Im Bezirk Jennersdorf haben 13.000 Kunden ein Konto bei der Raiffeisenbezirksbank, die insgesamt 32 Mitarbeiter beschäftigt. Im Zuge der Schließungen bleiben alle Arbeitsplätze erhalten.