Neubau der Volksschule ist jetzt fix. Jahrelang warf die ÖVP der SPÖ Untätigkeit in der Causa Volksschulneubau vor, nun enthielt sie sich ihrer Stimmen.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 03. Juli 2019 (04:02)
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Mit dem Grundsatzbeschluss sind die Weichen für einen Neubau der Volksschule auf dem Standort in der Schulstraße gestellt, nun starten die Gespräche mit den Direktoren und Lehrern.

Beim Thema Volksschule gehen die Wogen in Güssing weiterhin hoch. Forderte im Jänner die ÖVP noch ein rascheres Handeln der SPÖ, konnte Bürgermeister Vinzenz Knor das Team von Vizebürgermeister Alois Mondschein bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag der Vorwoche nicht davon überzeugen, dem Grundsatzbeschluss zuzustimmen.

Positive Bescheide ermöglichen Neubau

„Uns liegt nun ein positiver Bescheid des Ministeriums bezüglich des Grundstückes vor, das Gutachten der bisherigen Schule und die Genehmigung für die Mitbenutzung des Turnsaals der Neuen Mittelschule. Somit können wir den Grundsatzbeschluss zur Neuerrichtung des Schulgebäudes in der Schulstraße fassen, ebenso wie die Beauftragung von Ingenieurleistungen bei der Projektsteuerung“, führt Bürgermeister Vinzenz Knor bei der Sitzung aus. Doch für die Fraktion der ÖVP wirft diese Situation neue Fragen auf.

„Wir fordern eine Kostenaufstellung, wenigstens eine grobe Schätzung, was die Sanierung der alten Volksschule kosten würde. Weiters soll der Projektbeauftragte mit den Direktoren und Lehrern reden, ebenso mit Experten, die mit dem Schulbau vertraut sind. Außerdem sollte evaluiert werden, ob ein Anbau an das NMS-Gebäude effizient wäre. Dort sind im Moment nur 270 Schüler gemeldet, da muss es freie Flächen geben“, sieht Vizebürgermeister Alois Mondschein das Thema noch lange nicht abgehakt.

Neues Verkehrskonzept unumgänglich

Unumgänglich ist für ihn auch ein neues Verkehrskonzept, dass bereits im Vorfeld erstellt werdensoll. Ein strittiger Punkt ist auch die künftige Unterbringung der Musikschule, die am alten Standort und in der neuen Volksschule untergebracht werden soll. Mondschein fordert außerdem: „Es muss einen Architekturwettbewerb geben. Eine Volksschule ist noch schwieriger zu bauen als ein anderes Gebäude, bei mehr Einreichungen gibt es auch bessere Ideen. Und wir brauchen eine professionelle Baubegleitung. Genau das, was wir bei dem Umbau des Rathauses nicht haben.“

Auch Direktoren und Lehrer sind gefragt

Für Bürgermeister Vinzenz Knor ist es selbstverständlich, dass der Projektbeauftragte mit allen Beteiligten Kontakt aufnimmt. „Wenn das geschehen ist, wird die Arbeitgruppe sich mit diesem Thema auseinandersetzen, und dann wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben“, gibt Knor den Fahrplan in Sachen Schulbau vor.

Zu der Erweiterung der NMS mit integrierter Volksschule ergänzt er: „Wir haben uns auch darüber Gedanken gemacht, aber gesehen, dass die Volksschule und die Neue Mittelschule nicht zueinander passen. Die Unterrichtszeiten und Pausen sind zu unterschiedlich, das würde keinen ungestörten Unterricht gewährleisten.“

Volksschulbau durch Beschluss fixiert

Für Mondschein stellt sich auch die Frage nach der Nachnutzung des Gebäudes der jetzigen Volksschule. „Wir machen uns bereits Gedanken darüber, es könnte in den Bereich der Altenpflege gehen“, erläutert Knor. Mit dem Projektbeauftragten gibt es bereits einen fixen Terminplan. Im Juli startet die Vorbereitungsphase, die Grundlagenermittlung soll bis Oktober 2019 abgeschlossen sein, von da an bis März 2020 findet der Architektenwettbewerb statt.

Der Forderung der ÖVP, diesmal nur die Projektbegleitung zu beschließen, wurde nicht nachgekommen. Der daraufhin folgende Grundsatzbeschluss wurde mit den Stimmen der SPÖ und FPÖ angenommen, die ÖVP enthielt sich geschlossen ihrer Stimmen.