Naturschutzprojekte: Zwei Titel für den Bezirk Güssing

Erstellt am 15. Februar 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
Gleich zwei Projekte aus dem Bezirk Güssing waren beim bisher größten Biodiversitätswettbewerb erfolgreich.
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Im Sommer 2021 rief der Naturschutzbund zusammen mit dem Klimaschutzministerium zum Grand Prix der Biodiversität auf. Bei dem österreichweiten und erstmalig in dieser Größe veranstalteten Wettbewerb winkte für die besten Naturschutzprojekte und deren Umsetzung ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro. Aus über 240 Projekten wurden letztlich 70 von einer Jury gewählt – und darunter befinden sich der Naturpark in der Weinidylle aus Moschendorf und der Bioschafhof Elpons aus Bildein.

Schutz von Storch und Fledermaus im Fokus

Die zuständige Projektleiterin Cornelia Mähr von der Weinidylle umreißt das erfolgreich eingereichte Projekt mit dem Namen ‚Lebendige Weinidylle‘: „Wir legen den Fokus auf verschiedene Schwerpunkte. So planen wir, das Gebiet für die Störche zu verbessern und noch mehr Blühwiesen auch auf öffentlichen Flächen anzulegen. Der Naturpark Weinidylle ist ein sehr wichtiger Standort für den Storch; wir haben das Gebiet dementsprechend angepasst indem passende Vorrichtungen und Möglichkeiten aufgestellt wurden, auf denen die Vögel ihr Nest bauen können. Mit dem Geld wollen wir nochmal unterstützend wirken und Unterlagen für die Nester schaffen.“ Blühwiesen gab es in Moschendorf zuvor schon; ab Frühling soll sich die Anzahl nochmal steigern. Neben naturnaher Gartengestaltung sei auch das schonende und späte Mähen der Wiesen rund um die Kellerstöckl ein Projektpunkt, sowie ein Wildschutz für die jungen Weiden und Schlehen, die im Herbst im Rahmen einer Baumpflanzaktion gesetzt wurden, fügt Mähr an.

Seltenen Fledermäusen ein neues Quartier bieten

Das hat sich Florian Wiesinger zur Aufgabe gemacht. Der Biologe, der seit fünf Jahren am Bioschafhof Elpons in Bildein mitarbeitet und seine Masterarbeit dem Nachweis der Bechsteinfledermaus gewidmet hat, dachte sich, „dass ein darauffolgendes Projekt mit Fledermäusen eine gute Sache wäre.“ Allerdings; denn die Bechsteinfledermaus ist auf Österreichs Roter Liste für gefährdete Tierarten zu finden. Zusätzlich zu der Arbeit mit den Schafen auf den Weiden des Naturparks Weinidylle kümmert sich Wiesinger um die Fledermäuse, die sich in toten, alten Bäumen eingenistet haben. Die Streuobstwiesen beherbergen dank der sanften Beweidung durch die Krainer Steinschafe eine artenreiche Insektenvielfalt, die dem Speiseplan der Fledermaus zugute kommt. Insgesamt wurden auf den Wiesen 20 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen; die hoch gefährdete Bechsteinfledermaus ist eine davon. Das Hauptaugenmerk des Projekts liegt darin, neue Quartiere zu schaffen, mit Infotafeln auf den Bestand hinzuweisen und Führungen für Interessierte anzubieten. „Im Frühsommer sollen insgesamt 30 Kästen montiert sowie die Tafeln aufgestellt werden. Außerdem ist es wichtig, die Grundbesitzer durch Gespräche auf die Tiere und den Schutz ihres Lebensraumes hinzuweisen“, erzählt der Biologe, der ein abgeschlossenes Studium in Wildtierökologie und Wildtiermanagement vorzuweisen hat.

Beide Projekte müssen mit Ende Juni fertiggestellt sein, danach muss ein Projektbericht abgegeben werden. Der Naturschutzbund hat allen Projektteilnehmern seine fachliche Unterstützung zugesichert.

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