Ausnahme für Kellerstöckl gefordert. Der Ärger über die Nicht-Öffnung der Kellerstöckl-Appartements im Südburgenland ist groß. Ausnahme wird gefordert.

Von Carina Fenz. Erstellt am 24. Mai 2020 (06:30)
Allianz. Kellerstöckl-Vermieter Ernst Pfeiffer, Landtagspräsidentin Verena Dunst und Heiligenbrunns Vizebürgermeister Dietmar Babos.
C. Fenz

Nach der FPÖ im Landtag, fordert auch die SPÖ die frühzeitige Öffnung der Kellerstöckl-Appartements. Die Zeit ist knapp, denn bis zur Wiedereröffnung der Hotels am 29. Mai, sind es nur noch wenige Tage. Konkret geht es darum, dass die Kellerstöckl zu den Beherbergungsbetrieben zählen, wie große Hotels und somit erst am 29. Mai wieder öffnen dürfen.

Ein Grund, der Landtagspräsidentin Verena Dunst sauer aufstößt. „Die Kellerstöckl sind Appartements mitten in den Weingärten. Mitten in die Prärie, keine Gäste, die im Familienverband kommen hinzulassen, ist unverständlich. Noch dazu, weil sie kontaktlos vermietet werden und die Gäste nicht mit anderen Personen in Kontakt kommen, wie in großen Hotelanlagen“, so Dunst, die bei Gesprächen mit dem Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium bisher aber auf taube Ohren gestoßen ist. „Die ganze Region erleidet einen großen Schaden – Direktvermarkter, Bäcker, Weinbauern, Buschenschänke, Schnapsproduzenten und viele andere leiden durch den fehlenden Tourismus unter großen Einbußen“, hält Dunst fest.

8.000 Nächtigungen allein im Vorjahr

„Für den Tourismus der Gemeinde Heiligenbrunn ist das ein schwerer Schlag“, bekommt sie auch Unterstützung von Vizebürgermeister Dietmar Babos. „Heiligenbrunn kommt mit der Vermietung von Privatzimmern, wie die Kellerstöckl-Appartements und den beiden 4-Sterne Hotels normalerweise auf 12.000 Nächtigungen pro Jahr. Der Rückgang der Gäste durch die Corona-Krise ist in der gesamten Gemeinde spürbar, da auch andere Betriebe indirekt vom Tourismus immens profitieren.“

Auch Ernst Pfeiffer, einer der 100 Kellerstöckl-Vermieter, ist von der Bundesregierung sehr enttäuscht, da sein Kellerstöckl bereits für vier Monate ausgebucht gewesen wäre. Momentan hält er seinen Betrieb mit dem Versand von Uhudler und Wein „über Wasser“.

Der größte Teil der Kellerstöckl wird über die Agentur Novasol vermarktet. 2019 konnten mehr als 8.000 Nächtigungen verzeichnet werden. „Rund 80 Prozent der Buchungen für heuer waren Folgebuchungen aus dem Vorjahr, diese mussten zuerst auf Mai, dann auf Juni verschoben werden. Der tatsächliche Schaden ist daher nicht absehbar“, bedauert Dunst.