Breitband: Orte müssen warten

Wie so oft legt die Pandemie Steine in den Weg - auch im Fall des Breitbandinternet-Ausbaus in Güttenbach und Neuberg. Das Projekt wird um ein Jahr – auf 2022 – aufgeschoben.

Erstellt am 25. März 2021 | 06:06

Bei der vergangenen Gemeinderatssitzung in Güttenbach sorgte ein Schreiben des Mobilfunkanbieters A1 von Anfang März für Ärger. In dem Brief wurde der Gemeinde mitgeteilt, dass sich die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Breitbandinternet-Ausbaus nun doch um ein Jahr verzögert. Als neuer Endtermin wurde November 2022 genannt. Bürgermeister Leo Radakovits verständnislos: „Bereits Anfang 2020 waren von unserer Seite her alle Vorkehrungen getroffen, es war alles bewilligt – und dann kam Corona.

Die Weltmeisterschaft im militärischen Fallschirmspringen wurde aufgrund der Pandemie letztes Jahr dann auch abgesagt und in Zuge dessen, dass sich der Breitbandausbau auf 2021 verschiebt. Anfang des Jahres habe ich mich bei Markus Halb, dem zuständigen Breitbandbeauftragten bei A1 erkundigt und extra einen Brief verlangt. Damals lag die WM wohl in stärkerer Gewichtung, dass man uns vorgezogen hätte. Wo für den neuerlichen Aufschub nun die Prioritäten gesteckt wurden, ist mir unbekannt. Die Zusammenarbeit mit Halb hat bis jetzt eigentlich immer reibungslos funktioniert, und da bleibe ich jetzt natürlich umso mehr dahinter. Ich als Bürgermeister kenne meine Kompetenzen und werde da intervenieren. Gerade jetzt durch Homeschooling, Homeoffice und so weiter stehen wir mehr unter Druck. “

Unternehmer im Ort sieht Ungerechtigkeit

Friedrich Schuch, langjähriger Unternehmer des gleichnamigen Betriebes im Ort, zeigte sich erbost über diesen Umstand: „Wenn ich 2019 gewusst hätte, dass das mit dem Internet 2021 noch immer nichts wird, hätte ich mich schon längst um eine Alternative zu A1 umgesehen. Markus Halb hat mir im Herbst 2020 erklärt, dass es 2021 gemacht wird – er hätte es 2020 vorziehen können wegen der WM, und dann findet die nicht statt und mit uns wird Schmäh geführt. Für die WM wäre das gegangen aber für die allgemeine Bevölkerung nicht?! Vor allem am Wochenende ist das Internet hier eine Katastrophe. Da heißt es immer, der Süden soll nachziehen, und das wäre eigentlich einer der einfacheren Wege, die Abwanderung zu verhindern – wenn man den (jungen) Leuten anständiges Internet zur Verfügung stellt. Der Witz an der Sache: Seit zehn oder 15 Jahren läuft Glasfaser neben dem Ort, man kann da aber nicht einfach so anschließen“.

Güttenbach und Neuberg sind zusammen ein Baulos, daher auch beide Gemeinden von der Verzögerung betroffen. Neubergs Bürgermeister Thomas Novoszel zu der Lage: „Der Berg oben ist ein bisschen aus dem Schuss. Dort empfängt man aber alle drei Anbieter (A1, Magenta und Drei). Das Internet ist nicht perfekt, aber ich würde sagen Ok. In Güttenbach ist die Situation vielleicht auch schwieriger wegen des Talkessels, in dem die Gemeinde liegt. Das Ziel ist, auch bei uns mit Glasfaser von den verbundenen Masten außerhalb in den Ort zu kommen, dafür muss auch gegraben werden. Die Digitalisierung schreitet immer schneller voran, da muss man dementsprechend ausgerüstet sein.

Auch mir wurde gesagt, dass es heuer fertig sein soll.“ Markus Halb, Breitbandbeauftragter von A1, entgegnet den Vorwürfen: „Hier geht es nicht nur speziell um diese zwei Gemeinden, sondern um das ganze Südburgenland. Die Berücksichtigung triftiger Gründe wie in diesem Fall der Pandemie ist in den Ausschreibungsbedingungen der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) vorgesehen und wurde auch von der FFG bestätigt. Derzeit beschäftigen uns Themen wie Zeitverzögerungen von Leitungsrechten, Lieferengpässe von Material oder andere Schwierigkeiten bei den Bautätigkeiten. Das ist der Grund, warum wir verlängern. Und zum Thema WM; dass Güttenbach deswegen ‚einfach vorgezogen‘ wird, davon war nie die Rede, das wurde so nicht versprochen. Für den Fall, dass sie stattgefunden hätte, war lediglich im Gespräch, statt einer provisorischen Leitung eine Leitungsführung über Güttenbach zu wählen, um so die Synergie für den späteren Ausbau zu nutzen. Die ganze Projektabwicklung ist generell aufwendig“, so der A1-Beauftragte zur BVZ.