Gastronom: „Die Lage ist beschissen“. Bis zumindest 6. Jänner muss die Gastronomie geschlossen bleiben. Viele Wirte fürchten sich um ihre Existenz, zeigen teilweise aber auch Verständnis.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth und David Marousek. Erstellt am 15. Dezember 2020 (06:21)

Die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung war groß. Die Tatsache bitter: Die Gastronomie bleibt bis 6. Jänner geschlossen. Für Mariana Moser, Inhaberin des Piazza Cafés Güssing ein harter Schlag: „Am liebsten würde ich sofort wieder aufsperren. Wir sind sehr im Nachteil, wir können als Café auch keinen Lieferservice anbieten. Wir haben null Einnahmen. Das ist schon sehr hart. Von den Fixkosten sind maximal mit den Förderungen 50 Prozent gedeckt, die Hilfen sind nicht gerecht aufgeteilt.“

Ähnlich betrachtet auch Gernot Schmidt, der Lokale in Tauka und Jennersdorf betreibt, die Situation: „Die Lage ist beschissen, auch wenn ich die Maßnahmen der Regierung nachvollziehen kann. Mir wäre lieber, dass die Gastronomie zumindest am Tag aufsperren könnte“, so Schmidt, der zu Hause sitzen gar nicht gewöhnt ist. „Ich habe in 30 Jahren mein Lokal in Tauka nur zwei Tage zu gehabt, jetzt habe ich in einem Jahr vier Monate zu“, muss Schmidt dann doch ein wenig schmunzeln. Die von der Regierung angekündigten 80 Prozent Umsatzersatz wären für ihn „sensationell“, aber „bis heute habe ich noch keinen Cent bekommen“, übt Schmidt Kritik. Auch die Kurzarbeit sei ihm zwei Mal für seine Angestellten abgelehnt worden. Sein Wunsch: „Ich hätte lieber gehabt, dass ich vom Staat keinen Euro bekomme, dafür aber im Dezember zumindest am Tag offen haben kann.“

Tanja Leiner, Wirtin in Henndorf ist ähnlich verzweifelt: „Uns gehen die Leute ab. Wir haben aber einen Abholservice an den Wochenenden und Feiertagen eingerichtet. Wir verstehen die Lage und warum geschlossen ist, aber uns wäre natürlich lieber, wir könnten öffnen. Ich denke nicht, dass die Gastronomie als großer Überträger gilt, im Gegenteil.“

Marc Peischl vom Kastell Stegersbach hingegen sieht das Positive im Gastro-Lockdown: „Was sein muss, muss eben sein. Wir verlieren zwar einen der stärksten Monate im Jahr, aber wir machen das Beste daraus. Unsere Mitarbeiter können jetzt mehr Zeit mit ihren Familien genießen. Das Abholservice funktioniert ganz gut.“