Neue Pläne für Bildungscampus

Ein Bildungscampus, der die Volksschulen des Pinka- und Unteren Stremtals sowie eine öffentliche Hauptschule einbindet, soll in den nächsten Jahren entstehen.

Erstellt am 04. März 2020 | 05:36
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Lehrer Schule Symbolbild Bildung
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Der ursprüngliche Plan der Gemeinden Strem und Heiligenbrunn, zwei Kindergärten und zwei Volksschulen unter einem Dach zu vereinen, wird jetzt eine Dimension größer. Zumindest, wenn es nach den Plänen von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil geht, der nach einem Gespräch mit den Bürgermeistern Johann Weber (Eberau), Johann Trinkl (Heiligenbrunn), Werner Laky (Moschendorf) und Bernhard Deutsch (Strem) eine neue Idee auf den Tisch gelegt hat. Er schlägt der Bürgermeistern des Pinka- und Unteren Stremtals nämlich eine „große Schullösung vor“.

Finanzieller Zuschuss von Land

Soll konkret heißen, „dass ein neuer Bildungscampus, der Volks- und Hauptschule in öffentlichem Recht umfassen würde, für die Gemeinden des Pinkatals und Unteren Stremtals eine langfristige bildungspolitische Zukunftsperspektive schaffen soll“, heißt es aus dem Büro von Doskozil.

„Abhängig ist alles davon, wie dieses große Projekt zu finanzieren ist. Auch Eltern und Gemeinderat haben hier natürlich eine Stimme.“ Johann Weber, Bürgermeister aus Eberau

„Das Land würde eine derartige Lösung nicht nur mit den üblichen Fördermitteln aus dem Schulbauprogramm, sondern auch darüber hinaus finanziell unterstützen. Mir geht es um einen Impuls für ein modernes Bildungsangebot und um die Stärkung einer strukturschwachen Region – wir haben im neuen Regierungsprogramm ja ausdrücklich festgehalten, dass wir gezielte Maßnahmen zur Unterstützung von Abwanderungsgemeinden setzen wollen“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der überdies angeboten hat, dass die BELIG die Gemeinden bei der Planung und Bauvorbereitung begleitet, um das Projekt zusätzlich zu unterstützen.

Am Zug sind in einem nächsten Schritt die Gemeinden. Sie sollen sich – so die Abmachung – gemeinsam auf einen Standort verständigen, auf dem der neue Bildungscampus realisiert werden könnte. „Wenn sich die Gemeinden einigen können, wird das Land nach Maßgabe seiner Möglichkeiten alles tun, um mit einem neuen Bildungscampus die Region zu stärken“, so Doskozil.

Deutsch: „Eine völlig neue Situation“

Für die Bürgermeister ist das jetzt eine völlig neue Situation, die zwar positiv beurteilt wird, aber jetzt lange Verhandlungen nach sich zieht. „Wir werden jetzt in einer Arbeitsgruppe (Anm. die von Jürgen Schabhüttl geleitet wird) ausloten, ob und wie dieser Vorschlag des Landeshauptmannes umzusetzen ist. Für uns ist das eine völlig neue Situation, denn die Planungen für unser eigentlich gedachtes Bildungszentrum lagen schon auf dem Tisch“, erklärt Strems Bürgermeister Bernhard Deutsch.

Wird das Josefinum wieder öffentlich?

Eberaus Ortschef Johann Weber steht der neu entfachten Diskussion äußerst positiv gegenüber, denn immerhin geht es gerade in seiner Gemeinde derzeit um die dringend notwendige Sanierung der Privatschule Josefinum. „Abhängig ist natürlich alles davon, wie dieses große Projekt zu finanzieren ist. Auch Eltern und Gemeinderat haben hier natürlich eine Stimme. Uns ist natürlich auch bewusst, dass wir einen starken Schülertourismus aus Ungarn haben und gerade da kommt die Standortfrage ins Spiel, die ausgelotet werden muss, um den gesamten Lebensraum zu entwickeln“, so Johann Weber.

Auch in Moschendorf blickt man dem Projekt positiv entgegen. „Wenn wir zusammenkommen, dann ist das eine feine Sache, aber genau das gilt es jetzt herauszufinden, einen Versuch ist es wert“, erklärt Bürgermeister Werner Laky.

„Mit der Größenordnung habe ich nicht gerechnet. Es ist ganz klar, dass der Zug nicht ins Pinkatal, sondern Richtung Güssing geht.“ Johann Trinkl, Bürgermeister aus Heiligenbrunn

Für Heiligenbrunns Ortschef Johann Trinkl ist entscheidend, dass dieses Projekt kommt, allerdings „mit der Größenordnung habe ich nicht gerechnet“, so Trinkl. Zur Standortfrage sagt er: „Es ist ganz klar, dass der Zug nicht ins Pinkatal, sondern Richtung Güssing geht.“