Pensionist wurde um 17.680 Euro abgezockt. Zwei Ungarinnen spielten einem Pensionisten vor, sie bräuchten Geld für eine ärztliche Behandlung. Jetzt wurden sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 26. September 2018 (04:07)
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Für etwas Bares hätte ein Ex-Polizist gern sein Hunde-Erlebnis vergessen – stattdessen setzte es eine Geldstrafe. 
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Die Gutgläubigkeit und Großzügigkeit eines 66-jährigen Pensionisten aus dem Bezirk Güssing nützten zwei Ungarinnen im Alter von 43 und 62 Jahren aus: Sie lockten ihm innerhalb eines halben Jahres 17.680 Euro heraus. Vorige Woche wurden die Frauen verurteilt. Zuerst hatte die jüngere Betrügerin behauptet, sie würde gerne den Führerschein machen und benötige ein Auto. Der Pensionist ließ sich erweichen und zahlte der Frau rund 5.000 Euro. „Haben Sie ihr das Geld geschenkt?“, wollte Richterin Doris Halper-Praunias wissen. „Davon war nie die Rede“, antwortete der Pensionist. Die ältere Angeklagte hatte über ihre Rückenschmerzen geklagt und dass sie sich die Behandlung nicht leisten könne.

Frauen verspielten das ausgeborgte Geld

Über Monate hinweg lockten die Frauen für die angeblich bereits begonnenen Behandlungen Geldbeträge heraus. Sie behaupteten, nach Abschluss der Therapie würden sie eine Bestätigung bekommen, diese bei der ungarischen Versicherung einreichen und das Geld zurückerstattet bekommen. Dann würden sie ihre Schulden bei dem Pensionisten begleichen. In Wahrheit verspielten die beiden Frauen das gesamte geborgte Geld. Der Pensionist war indessen misstrauisch geworden und wollte mit dem behandelnden Arzt sprechen. Daraufhin soll die Jüngere eine Person angerufen und dem Pensionisten das Handy weitergereicht haben.

„Diese Person sagte, dass die Frau das Geld braucht, damit die Behandlung abgeschlossen werden kann.“ Der Pensionist, der von zwei Ungarinnen um 17.680 Euro betrogen wurde

„Diese Person sagte, dass die Frau das Geld braucht, damit die Behandlung abgeschlossen werden kann“, berichtete der Pensionist. Ende März reichte es ihm und er zeigte die Ungarinnen an, die daraufhin verhaftet wurden.

Beide Frauen müssen ins Gefängnis

Vorige Woche wurden die Frauen zu zwölf beziehungsweise zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon jeweils acht Monate bedingt. An das Opfer müssen sie den herausgelockten Betrag zurückzahlen. Zu einer Geldstrafe wurde jener 24-jährige Mann verurteilt, der die Frauen zu dem Pensionisten chauffiert hatte und angeblich in den Tatplan eingeweiht war. Alle drei Angeklagten nahmen das Urteil an.