Über Freudentaumel und die Spurensuche nach der Wahl

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:36
Lesezeit: 3 Min
Während SPÖ-Bezirksvorsitzende Verena Dunst ihren Bezirk Güssing auch bei Kommunalwahlen erstmals in Rot tauchen lässt, sieht ÖVP-Chef Walter Temmel angesichts der schmerzlichen Verluste für seine Fraktion die Gründe in der Politik des Landeshauptmannes.
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Als am Sonntagnachmittag ein Ergebnis nach dem anderen „einrauschte“, hatte sich für die SPÖ bereits ein Wahlerfolg auf voller Linie abgezeichnet. Mit dem Verlust des Bürgermeisters in Kleinmürbisch hat sich zwar ein kleiner Wermutstropfen in die Freude gemischt, „aber die neuen Bürgermeister in Sankt Michael und Gerersdorf-Sulz-Rehgraben zeigen, dass Vieles möglich ist, wenn man mit Herz, Verstand und konstanter Arbeit das Vertrauen der Bevölkerung gewinnt“, meint SP-Bezirkschefin Verena Dunst.

Anlass zur großen Freude bei den „Roten“ bietet auch die Tatsache, dass man das erste Mal auch bei den Gemeinderatswahlen die Mehrheit im Bezirk erreicht. Mit 47,2 Prozent hat man den Vorsprung auf die ÖVP, die bei 45,8 Prozent liegt, deutlich geschafft. Auch bei den Mandaten liegt man mit 201 jetzt vor der ÖVP, die auf 196 kommt. „Ich gratuliere und danke allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses sensationelle Wahlergebnis zustande gekommen ist. Ab heute wird wieder weitergearbeitet, damit unser Bezirk weiterhin so lebenswert bleibt und gut für alle zukünftigen Herausforderungen aufgestellt ist“, zeigt sich Dunst angesichts des Rekordergebnisses für ihre Partei mehr als erfreut. Für die ÖVP hingegen gab es in Kleinmürbisch den einzigen großen Wahlerfolg, dem sich aber auch viele kleinere anschließen. „Gerade in dem Eck konnten wir nicht nur in Kleinmürbisch punkten, sondern auch in Großmürbisch den Vize holen und haben in Inzenhof das beste Ergebnis geschafft“, streicht ÖVP-Bezirkschef Walter Temmel die Freuden des Wahltages heraus.

Auf Spurensuche müsse man sich trotzdem begeben, „weil mit dem Gesamtergebnis kann man nicht zufrieden sein“, meint Temmel dann doch kritisch. Bei der Erläuterung der Gründe, die zu den deutlichen Verlusten geführt haben, wagt Temmel einen Blick in Richtung Landespolitik. „Die zu hinterfragende Anstellungspolitik unseres Landeshauptmannes könnte womöglich bei der Stimmenfluktuation ein Grund sein“, so Temmel. Das Ergebnis wolle man trotzdem die nächsten Tage genau analysieren.

Die Zitterpartie von Ollersdorfs Ortschef Bernd Strobl (VP), der beinahe an Tanja Illedits (SPÖ) das Bürgermeisteramt und die Mehrheit im Gemeinderat abgeben hätte müssen, beurteilt Temmel als „sehr schmerzlich.“

Wenig Grund zur Freude hatte man auch bei der FPÖ, die knapp zwei Prozent abgeben musste und nur mehr fünf Gemeinderäte stellt.

Deutlich unter den Erwartungen ist der Wahltag auch für die neue Liste Klartext von Herbert Adelmann gelaufen. Das Wahlkampfziel, ein Mandat in jeder Gemeinde, im Bezirk Güssing also in Rohr, zu holen, wo man angetreten ist, wurde versäumt. „Vorwerfen können wir uns nichts, aber es braucht Zeit sich zu etablieren und Vertrauen zu gewinnen und das wollen wir bis zur Landtagswahl schaffen“, erklärt Adlemann.

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