Verurteilung nach Traktor-Diebstahl . Höchst professionell ging zwei Rumänen und ein Ungar vor, die im Burgenland Traktoren stahlen. Einer der Täter wurde verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 11. Mai 2018 (04:12)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Richter Slawomir Wiaderek verurteilte den Pensionisten zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe.
shutterstock.com/Andrey Popov

Für eine Straftat, die in der Nacht von 16. auf 17. Februar 2011 in St. Michael begangen wurde, musste sich nun ein 30-jähriger rumänischer Staatsbürger verantworten.

Zuerst hatten die Täter von einem Firmengelände einen LKW samt Anhänger im Wert von mehr als 20.000 Euro gestohlen.

Damit fuhren sie zu einem in der Nähe liegenden Autohaus. Dort schnitten sie einen Maschendrahtzaun auf, bauten eine Rampe und luden drei Traktoren auf den Anhänger des gestohlenen Sattelschleppers auf. Die Täter versuchten auch einen vierten Traktor zu stehlen. Dabei blieb es aber beim Versuch.

Der nunmehr angeklagte Mittäter erhielt die Aufgabe, den Sattelschlepper bis zur ungarisch-rumänischen Grenze zu steuern. Dort stellte er den LKW ab, wo das Fahrzeug später nahe einer Grenzübertrittsstelle gefunden wurde. Von den Traktoren fehlt allerdings jede Spur. Der Schaden beträgt diesbezüglich 75.000 Euro.

Großen Schaden angerichtet

Der Angeklagte bekannte sich weitgehend schuldig. Er behauptete, ihm seien für die Fahrt 500 Euro versprochen worden, die er aber nicht bekommen habe.

Er sei nur „das kleinste Rädchen“ gewesen. Die Mittäter und mutmaßlichen Drahtzieher der Traktorendiebstähle waren bereits 2015 und 2016 verurteilt worden.

„Dass der Angeklagte erst später bemerkte, was sich am Anhänger befand, halte ich nicht für glaubhaft“, wandte Staatsanwältin Beatrix Resatz ein.

Richterin Birgit Falb verurteilte den Mann zu 16 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt. Da eine Vorhaft aus einem französischen Verfahren angerechnet wurde, verließ der Rumäne das Gericht als freier Mann.

„Es war eine massive Straftat mit einem Schaden von fast 100.000 Euro!“, sagte die Richterin, die aber auch darauf hinwies, dass der Haupttäter, den der Angeklagte „Chef“ nannte, 20 Fakten zu verantworten gehabt habe.