Schlepper flüchtete vor der Polizei: Haftstraft

Erstellt am 08. September 2022 | 04:59
Lesezeit: 2 Min
Gericht Prozess
Foto: shutterstock.com
Mit 14 Flüchtlingen im Auto raste ein Moldawier bei Bildein davon. Er wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.
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Am 17. Jänner 2022 geriet ein Chrysler Voyager bei Bildein in eine Bundesheer-Kontrolle. Doch anstatt stehenzubleiben, gab der Fahrer Gas und raste davon. Einer der Bundesheersoldaten konnte sich in letzter Sekunde durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Der Lenker des Wagens und sein Beifahrer standen vorige Woche wegen Schlepperei vor Gericht. Das Auto war nach kurzer Flucht von der Fahrbahn abgekommen und im Acker gelandet. Der Lenker flüchtete zu Fuß weiter und wurde später in Ungarn gefasst. Sein Komplize stellte sich gleich und unternahm keinen weiteren Fluchtversuch.

Beide Männer im Alter von 26 und 23 Jahren stammen aus Moldawien. Sie hatten bis Ende 2021 in Frankreich als Bauarbeiter gearbeitet, dann aber keine Arbeit mehr bekommen. Sie ließen sich von einer Schlepperorganisation anheuern. Der 26-Jährige führte vier Schlepperfahrten durch, der jüngere Mann zwei. Bei der letzten Fahrt befanden sich 14 Flüchtlinge zusammengepfercht im Laderaum des Fahrzeugs.

„Er hatte Angst, dachte, jetzt haben sie mich“, erklärte Anwalt Nikolaus Mitrovits, warum der 26-jährige Fahrer am 17. Jänner bei Bildein die Flucht ergriffen hatte. Beide Moldawier bekannten sich schuldig.

Richterin erinnerte an Tote bei Unfall auf A6

„Was da alles hätte passieren können“, ermahnte Richterin Birgit Falb den Angeklagten und erinnerte an den folgenschweren Unfall eines Schlepperfahrzeugs im August auf der A6 bei Kittsee, wo drei Menschen ums Leben gekommen waren.

„In dem Moment dachte ich nicht daran, was passieren kann“, gab der 26-Jährige zu. Er wurde zu dreieinhalb Jahren Haft unbedingt verurteilt, sein Komplize zu zwei Jahren.

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