Strom vom Dach: Pfarrkirche Ollersdorf als Trendsetter. Die Pfarrkirche Ollersdorf wird österreichweit die erste Kirche sein, die Energie aus einer Photovoltaikanlage beziehen wird.

Von Carina Fenz. Erstellt am 28. September 2017 (05:32)
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Bürgermeister Bernd Strobl, Lois Berger, Umweltbeauftragter der Diözese, Pfarrer Karl Hirtenfelder und Andreas Schneemann.
BVZ, Fenz

Die Pfarrkirche Ollersdorf wird künftig mit regional gewonnenem zwischengespeichertem Solarstrom versorgt. Sie wird damit die österreichweit erste Kirche sein, die mit einer derart innovativen Speicherlösung mit Energie versorgt wird. Finanziert wird die Anlage als Gemeinschaftsprojekt der Gläubigen der Pfarrgemeinde.

„Es gibt so vieles, was man tun kann“, sagt Lois Berger, Umweltbeauftragter der Diözese Eisenstadt, im Rahmen der Vorstellung einer Pionierarbeit in Sachen Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung. Realisiert wird das Projekt von der Firma „Energie Kompass GmbH“ mit Geschäftsführer Andreas Schneemann. Mit dieser Solarstromanlage will die Diözese ein starkes Zeichen setzen, dass Schöpfungsverantwortung uns alle betrifft und von allen gelebt werden kann.

Neu: Zwischenspeicher für die Pfarrkirche

Erstmals kommt bei der Versorgung einer Kirche mit Ökostrom eine Zwischenspeicherung zur Anwendung. Die Photovoltaik-Anlage, die die Pfarrkirche von Ollersdorf mit Energie versorgen wird, wird eine Leistung von 9,86 kWp aufweisen. Die Stromspeicheranlage kommt auf eine Nutzkapazität von 16 kWh.

Strom entspricht dem Bedarf der Kirche

Der durch die Anlage erzeugte Strom entspricht in etwa dem Bedarf der Kirche. „Schwankungen zwischen Erzeugungsmenge und Nutzungsbedarf werden teils durch einen neuartigen Speicher der weltweit bekannten Sonnenstrompioniere Kreisel aus Oberösterreich ausgeglichen“, erklärt Andreas Schneemann. Die Anlage, die auf der Aufbahrungshalle errichtet wird, soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Die Gesamtkosten der Anlage in der Höhe von 27.000 Euro sind von den Gläubigen der Pfarrgemeinde bereits finanziert. Sie erhalten jährlich 2,3 Prozent Zinsen. Die Pfarre zahlt wie bisher auch weiterhin ihre Energiekosten und wird nach rund 20 Jahren Eigentümerin der Anlage sein. Künftig soll die Anlage mit allen Stromspeichern der Region zu einem Netzwerk zusammengefasst werden.

Ollersdorf ist Ökostrom-Vorreiter

„Die Gemeinde Ollersdorf gilt als Vorreiter im Bereich Photovoltaik. In den vergangenen Jahren haben rund 100 Gemeindebürger mehr als 250.000 Euro für etwa 30 bestehende Photovoltaikanlagen bereitgestellt“, so Bürgermeister Bernd Strobl.