Das Land braucht mehr Babys

Bund im Plus, Land im Minus: Die vorläufige Geburtenbilanz des Jahres 2017 für das Burgenland ist negativ. Der Trend zieht sich quer durch alle sieben Bezirke.

Erstellt am 28. Februar 2018 | 05:00
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Neujahrsbaby. Per 1. Jänner 2017 lebten 291.942 Menschen im Burgenland. Der erste Burgenländer, der 2018 das Licht der Welt erblickte, war der kleine David aus Hammerteich. Zur Freude seiner Eltern Hannes und Sonja Gilschwert erblickte er am 1. Jänner um 0.28 Uhr im Krankenhaus Oberpullendorf das Licht der Welt. Insgesamt wurden 2017 im Burgenland 2.197 Babys geboren –
Foto: BVZ, ihnen stehen 3.336 Gestorbene gegenüber.

Im Jahr 2017 starben im Burgenland um 1.139 Personen mehr, als neu zur Welt kamen. Das zeigen die vorläufigen Zahlen der Statistik Austria für das Vorjahr.

Österreichweit gesehen ist die Geburtenbilanz 2017 mit 5.178 Personen positiv. In den Zahlen sind auch 609 im Ausland verstorbene Menschen enthalten, die ihren Hauptwohnsitz in Österreich hatten. Im Vergleich zu 2016 ergibt das im Burgenland einen Rückgang bei den Lebendgeborenen um 4,7 Prozent (2.197) sowie einen Anstieg bei den Gestorbenen um 3,8 Prozent (3.336).

Bei einem genaueren Blick auf die einzelnen Bezirke zeigt sich, dass die Geburtenbilanz von Nord bis Süd durchgehend negativ ist. Am besten schneidet noch der Bezirk Eisenstadt ab, hier beträgt die Differenz zwischen Lebendgeborenen (135) und Gestorbenen (173) nur 38 Personen. Anders als im Bezirk Oberwart, wo es im Jahr 2017 gleich um 264 mehr Todesfälle (659) als Geburten (395) gab.

Güssing: Fast doppelt so viel Tote wie Babys

Fast schon dramatisch ist die Entwicklung im Bezirk Güssing, der als einziger aller sieben burgenländischen Bezirke bereits von 2015 auf 2016 um 162 Personen geschrumpft ist: 174 Geburten stehen hier 346 Todesfällen gegenüber, das ergibt ein Minus von 172 Personen – damit sind im Bezirk Güssing im Jahr 2017 fast doppelt so viele Menschen gestorben wie neu geboren wurden.

Auffällig ist auch die negative Bilanz im Bezirk Oberpullendorf, wo sich 2017 die drittmeisten Todesfälle im Land ereigneten (465). Mit nur 264 Geburten ergibt sich damit auch für das mittlere Burgenland eine negative Geburtenbilanz von 192 Personen.

Der Bezirk Neusiedl am See muss zwar auch ein Minus verkraften, allerdings hält es sich mit 152 Personen angesichts der hohen Gesamtbevölkerung in Grenzen – mit 479 Geburten hat der Bezirk die Spitzenposition im Land inne. Die Bezirke Mattersburg und Jennersdorf liegen im Großen und Ganzen mit minus 127 Personen (Mattersburg) und minus 71 Personen (Jennersdorf) im burgenländischen Trend. Die endgültigen Zahlen liegen erst im Mai vor.