Der Bezirk Güssing hat gewählt. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen  SPÖ und ÖVP mit leichten Verlusten, FPÖ gewinnt stark dazu.

Von Carina Fenz. Erstellt am 01. Oktober 2017 (20:00)
APA/Robert Jäger
Symbolbild

24.823 Personen waren bei den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen in den 28 Gemeinden im Bezirk Güssing am Sonntag Wahlberechtigt. Für die beiden Großparteien ändert sich nicht viel. Die SPÖ konnte bei den Gemeinderatswahlen 43,8 Prozent (-0,8 Prozent) erreichen, die ÖVP 47 Prozent (-2,46  Prozent). In Mandaten entfallen auf die SPÖ 180 (-14), auf die ÖVP 197 (-7).

Die SPÖ freut sich über einen gewonnen Bürgermeister in Bocksdorf, währen die ÖVP über den Triumpf in der „roten“ Gemeinde Großmürbisch jubelt. Der große Wahlsieger ist allerdings die FPÖ, die sich zwar keinen Bürgermeister sichern konnte, dafür aber zwölf Mandate holte. 2012 konnte die FPÖ lediglich zwei Gemeinderäte erringen. Die Grünen verfehlten in der einzigen Gemeinde in der sie antraten, in Stegersbach, einen Einzug in den Gemeinderat. In Rohr ging die Liste Rohr als Wahlsieger hervor.  

Besonderer Wehrmutstropfen für die ÖVP ist das Wahlergebnis in der Stadt Güssing, wo man sich mit Spitzenkandidat Alois Mondschein, ein deutlich besseres Ergebnis ausrechnete. „In Güssing hätten wir uns wirklich mehr erwartet, aber müssen uns dem Wählerwillen beugen. Das Ergebnis ist hinzunehmen. Besonders glücklich sind wir natürlich über den Sieg in Großmürbisch, wo Jürgen Kurta den Bürgermeistersessel für die ÖVP holen konnte. Ebenfalls der dazugewonnene Vizebürgermeister in Ollersdorf ist ein Erfolg für uns“, meint ÖVP-Bezirkschef Walter Temmel.

Angesprochen, darauf, dass sich der „Kurz-Bonus“ im Bezirk Güssing nicht so niedergeschlagen wie erhofft, meint Temmel: „Die Stimmung ist gut und jede Wahl hat seine eigenen Gesetze. Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

SPÖ-Bezirksvorsitzende Verena Dunst ist am Wahlabend positiv gestimmt. „Das Vinzenz Knor und sein Team den Vorsprung in Güssing ausbauen war mir fast klar. Die Menschen setzten auf Bewährtes und sehen, dass sich in Güssing viel tut. Besonders stolz bin ich natürlich auf Franz Pelzmann und sein Team in Bocksdorf, die einen mehr als eindeutigen Sieg verbuchen konnten. Aber auch die Ergebnisse im Pinkatal stimmen mich positiv. Das Abschneiden von Cornelia Kedl-Oswald in Moschendorf (+7 Prozent) und von Dietmar Babos in Heiligenbrunn (+6,02 Prozent) sprechen eine eindeutige Sprache“, so Dunst.

Enttäuscht ist die SPÖ-Chefin vom Ergebnis in Großmürbisch: „Das ist natürlich ein Wehrmutstropfen, aber auch daraus werden wir gestärkt in die Zukunft schauen.“ Auch in Inzenhof lief es nicht gut, man rutschte von 75 auf 58,5 Prozent (Ortschef Jürgen Schabhüttl kam bei der Bürgermeisterwahl auf 65,9 Prozent), die UL ÖV errang aus dem Stand 41,5 Prozent sowie mit 34,1 Prozent den Vizebürgermeister-Sessel.

Den verlorenen Vizebürgermeister in Ollersdorf will Dunst nicht betrauern, im Gegenteil. „Ich bin froh, dass wir mit Sylvia Heschl überhaupt eine Kandidatin gefunden haben, die sich der Wahl gestellt hat. Es ist nicht selbstverständlich gegen einen Kandidaten Bernd Strobl (ÖVP) anzutreten, der mit üblen persönliche Anfeindungen und Verletzungen auf persönliche Art versucht, SPÖ Wählern das Leben schwer zu machen. Das hat mit Demokratie nichts zu tun. Da gehört viel Mut dazu“, so Dunst.

Den wohl fröhlichsten Wahlabend feierte die FPÖ im Bezirk Güssing. „Es war ein sensationeller Wahltag und ein sensationelles Ergebnis für uns. Den Mandatsstand von  zwei auf 14 auszubauen ist nicht alltäglich“, freut sich FPÖ-Bezirkschef Hans Richter, der in seiner Heimatgemeinde Tobaj vier Mandate (+ 3) im Vergleich zur Wahl 2012 holen konnte.

Besonders stark  hat die FPÖ auch in Burgauberg abgeschnitten, wo sie auf Anhieb zwei Mandate schaffte. Ebenfalls dazugewonnen hat die FPÖ in Rauchwart (+1), Güssing (+1), Kleinmürbisch (+1), Olbendorf (+1), Ollersdorf (+1), Stegersbach (+1), St. Michael (+1).