OSG kauft Pflegeheim und plant Ausbau. Um rund 6,1 Millionen Euro hat die OSG der Gemeinde das Altenwohnheim abgekauft. Betreiber ist weiter der Samariterbund.

Von Carina Fenz. Erstellt am 23. April 2020 (04:15)

Reich ist die Gemeinde Strem auch nach dem Verkauf des Altenwohn- und Pflegeheimes nicht, „aber die finanzielle Ausgangslage hat sich erheblich verbessert“, freut sich Bürgermeister Bernhard Deutsch.

Vor etwas mehr als 17 Jahren entschloss sich die Gemeinde Strem, damals noch unter Bürgermeister Werner Trinkl, ein Altenwohn- und Pflegeheim, ohne Tagsatzzusage vom Land, zu errichten. Die Finanzierung erfolgte mittels Fremdwährungskredit, der der Gemeinde über Jahre hinweg den letzten Platz im Schuldenranking einbrachte. Die Tagsatzvereinbarung gibt es mittlerweile seit vielen Jahren, „aber die hohe Schuldenlast hat uns in den letzten Jahren immer wieder bei Investitionen gehemmt“, so Deutsch.

Auslöser für den Verkauf des Altenwohn- und Pflegeheimes, welches auch nach dem Verkauf von Arbeiter-Samariter-Bund betrieben wird, war die Entscheidung der Gemeinde, ein neues gemeindeübergreifendes Schulzentrum zu errichten. „Wir haben unsere Pläne Landeshauptmann Hans Peter Doskozil vorgelegt, der uns klar mitgeteilt hat, dass erst, wenn unsere Finanzen in Ordnung wären, auch Möglichkeiten für den Bau des Schulzentrums bestünden. Unseren Teil haben wir mit dem erfolgreichen Verkauf an den Bestbieter, die OSG, erledigt. Es steht 1:0 für Strem, jetzt ist der Landeshauptmann am Zug“, so Ortschef Deutsch. Die Pläne für den Bau des Schulzentrums werden jetzt vorangetrieben. Mit Jürgen Schabhüttl, der als Koordinator zwischen dem Büro des Landeshauptmannes und den Gemeinden auftritt, gab es gestern, Mittwoch, ein weiteres Gespräch, um die weitere Vorgehensweise zu definieren.

Mit dem Eigentümerwechsel an die OSG, der übrigens einstimmig vom Gemeinderat abgesegnet wurde — „damit geht ein leidiges Kapitel für die Gemeinde zu Ende“, so SPÖ-Ortsparteivorsitzender Herbert Deutsch, — wird das Altenwohn- und Pflegeheim jetzt weiter ausgebaut.

Versorgung gesichert, Ausbau geplant

Hinter dem Pflegeheim errichtete die OSG bereits zwei sogenannte Generationendörfer, insgesamt 17 Einheiten für betreutes Wohnen. „Mit dem Bau eines dritten Dorfes sowie von Startwohnungen soll noch heuer begonnen werden“, sagt OSG-Chef Alfred Kollar.

„Die Versorgung und eine wichtige Pflegeinfrastruktur in der Region wurde damit auch abgesichert“, begrüßt auch Soziallandesrat Christian Illedits den Verkauf. „Wir freuen uns sehr, dass die ausgezeichnete Partnerschaft mit allen Beteiligten nun eine nachhaltige Fortsetzung findet. Dies gibt auch unseren Teams sowie Bewohnern Sicherheit und Zuversicht“, freut sich auch Andreas Balog, Geschäftsführer des Samariterbundes Burgenland.