Freilichtmuseum: Die „Krux“ mit den Dächern

Erstellt am 07. April 2022 | 05:46
Lesezeit: 2 Min
Mit Anfang April startet man heuer wieder in die Saison. Probleme bereiten aktuell die löchrigen Strohdächer, für deren teure Reparatur man keine Arbeiter findet.
Werbung

In den 46 Jahren seines Bestehens hat sich das Freilichtmuseum zu einer der wichtigsten touristischen Schauplätze des Südburgenlandes entwickelt. Trotz der coronabedingten Einschränkungen im Vorjahr, konnte man wieder knapp 10.000 BesucherInnen begrüßen, die sich hautnah ein Bild vom Alltagsleben in früheren Zeiten im Burgenland machen konnten. Über 30 Gebäude, gefüllt mit alten Gebrauchsgegenständen und landwirtschaftlichen Gerätschaften, gibt es mittlerweile zu besichtigen. Die meisten Häuser sind mit Stroh gedeckt, das älteste stammt sogar aus dem Jahr 1728.

Diese Strohdeckung ist es auch, die den den Betreibern und dem Vereinsvorstand derzeit die größten Kopfzerbrechen bereiten. Viele der Dächer sind sanierungsbedürftig. Sowohl die Beschaffung des Strohs, als auch der Handwerker, die die Kunst des Strohdeckens noch beherrschen, sind eine Mammutaufgabe. „Die letzten Einheimischen Strohdecker aus Heiligenbrunn hatten wir vor knapp 30 Jahren hier. Dieses Handwerk beherrscht im Burgenland leider niemand mehr“, erzählt Gerhard Kisser.

Bis zu 15 Tonnen Stroh werden aktuell benötigt, um circa zehn Häuser neu einzudecken. Bezogen wird diesen zum Teil aus dem osteuropäischen Raum. „Es ist vor allem die Aufbereitung des Strohs, die mit extrem viel Aufwand verbunden ist“, weiß Kisser, der aber trotzdem hofft, dass man im heurigen Jahr Firmen findet, um die dringend notwendigen Arbeiten zu starten. Die Eindeckung eines Daches kostet rund 45.000 Euro und wird zum Teil vom Land gefördert.

Weiterlesen nach der Werbung