Sarah Zloklikovits: „Strahlend“ im Unterricht

Die Nachwuchswissenschaftlerin Sarah Zloklikovits aus Sulz, die an der Uni Wien bereits Lehrveranstaltungen hält, hat es beim Impact Award in die Finalrunde geschafft.

Erstellt am 06. Juni 2021 | 06:51
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Nachwuchswissenschaftlerin. Auf der Researchers Night in Wien hat Sarah Zloklikovits ihre Forschung sichtlich stolz der Öffentlichkeit präsentiert.
Foto: Zloklikovits

Die gebürtige Sulzerin Sarah Zloklikovits hat mit ihren 29 Jahren bereits einen beachtlichen Werdegang hingelegt. Nachdem sie erfolgreich die Matura im naturwissenschaftlichen Zweig am Borg Güssing abgelegt hat, zog es Sarah an die Uni Wien. Die Studienwahl fiel auf Mathematik und Physik auf Lehramt. Seit 2017 hat sie eine Stelle als Doktorandin am Kompetenzzentrum für Didaktik der Naturwissenschaften (Austrian Educational Competence Centres, kurs AECCs) – als Nachwuchswissenschaftlerin hat sie ein eigenes Forschungsprojekt, worüber sie ebenso ihre Dissertation verfasst.

Sarah Zloklikovits erzählt, was den Arbeitsalltag einer Wissenschaftlerin ausmacht: „Ich fahre beispielsweise regelmäßig auf internationale Konferenzen, präsentiere meine Arbeit und informiere mich laufend über die neuesten Ergebnisse in der Forschung rund um naturwissenschaftlichen Unterricht. Dabei durfte ich Wissenschaftler aus der ganzen Welt kennenlernen, was eine ungeheure Bereicherung ist! Außerdem halte ich Lehrveranstaltungen ab und bilde angehende Physik-Lehrer aus.“

Dissertationsprojekt: Strahlung unterrichten

Welcher Frage sie in ihrem Dissertationsprojekt nachgeht, erklärt die junge Wissenschaftlerin aus dem Südburgenland am besten selbst: „In dem Projekt geht es konkret um das Thema, wie man elektromagnetische Strahlung (EM-Strahlung) bereits in der Sekundarstufe I (13 bis 14 jährige Schüler) unterrichten kann. EM-Strahlung ist nämlich fachlich ein sehr anspruchsvolles Thema, das eigentlich erst in der 7. und 8. Klasse der Oberstufe unterrichtet wird; sprich viele Schüler lernen in ihrer Schullaufbahn nie etwas darüber.

Gleichzeitig sehen wir ja, dass es rund um das Thema Strahlung viele Unsicherheiten bis gar Verschwörungstheorien gibt, weshalb ich es sehr wichtig finde, das Thema im Zuge der Pflichtschulausbildung zu unterrichten. Ich habe in den letzten Jahren einen Ansatz für den Physikunterricht erarbeitet und beforscht, bei dem die Schüler die wichtigsten Inhalte über elektromagnetische Strahlung lernen, und man mit ihnen daraufhin sinnstiftend diskutieren kann, warum Handystrahlung bei Weitem nicht so gefährlich ist, wie viele Menschen glauben – während das Gefahrenpotenzial von UV-Strahlung oft unterschätzt wird“, informiert Sarah.

Beim Impact Award mitzumachen, bringt neben der spannenden Erfahrung natürlich auch den Mehrwert, auf hohe Resonanz hoffen zu können, die der Wettbewerb verspricht. Es sei auch wichtig, Erwachsenen ein Erklärungsangebot bereitzustellen und über falsche Vorstellungen zu EM-Strahlung aufzuklären. Sarah schmunzelnd: „Schüler haben in Interviews immer wieder erzählt, dass ihre Eltern die Mikrowelle entsorgt haben, weil sie Bedenken wegen der Strahlung haben.“

Einzelne Projekte beim Impact Award werden auch zusätzlich eine Förderung bekommen, um noch größeren Einfluss mit ihrer Forschung zu erzielen. „Falls mein Projekt für solch eine Förderung ausgewählt wird, möchte ich diese dazu nützen, Schulen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen, damit das Thema auch nachhaltig im Physikunterricht verankert wird. Ich freue mich jedenfalls, diese Erfahrung machen zu dürfen!“ – und damit schließt die motivierte Mathematik- und Physikunterrichtende.