Neue Firmen: Süden hat die Nase vorn. Der Bezirk Güssing hält den Spitzenplatz bei Neugründungen. Immer mehr Pflegehelfer machen sich selbstständig.

Von Carina Fenz. Erstellt am 01. Februar 2017 (04:39)
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Feature Arbeitsmarkt
NOEN, © Alexandra Gruber

An die 40 Jahre alt, weiblich und aus dem Bezirk Güssing – so lässt sich der typische Neugründer im Burgenland charakterisieren. Mit 1.934 Neugründungen (Vorjahr 1.877) und einer Gründungsintensität von 10,8 Prozent (aktive Wirtschaftskammermitglieder) ist das Burgenland nach wie vor Gründerland Nummer 1. Die meisten Gründungen erfolgten – gemessen an der Anzahl der aktiven Kammermitglieder – im Bezirk Güssing (15,4 Prozent), gefolgt vom Bezirk Jennersdorf (11,4 Prozent).

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Von den 1.934 Neugründungen waren 871 Pflegehelfer. „Aufgrund der Altersstruktur ist das ein starkes Thema bei uns“, weißt WK-Regionalstelleleiter Thomas Novoszel. Aber auch Gründungen im Bereich der Dienstleistungen sind im Bezirk Güssing stark angestiegen. „Die neugegründeten Unternehmen sind auch wichtiger Impuls für den Wirtschaftsstandort, denn sie sind die Arbeitgeberbetriebe von morgen. Auch viele aus dem Ausland machen sich bei uns selbstständig“, so Novoszel.

Mit einem Durchschnittsalter von 39,6 Jahren entscheiden sich die Burgenländer im österreichweiten Vergleich relativ spät für einen Gang in die Selbständigkeit. Der Frauenanteil bei den Gründern liegt im Burgenland bei 71,9 Prozent.

"Eigener Chef sein" als größter Antrieb

Hauptmotiv für Gründer bleibt, sein eigener Chef sein zu wollen. Trotzdem warnt die Wirtschaftskammer: „Selbständig sein ist verlockend, birgt aber auch Risiken“, so Wirtschaftskammer-Direktor Rainer Ribing. Neben der Gründungsberatung sind auch Betriebsübergaben, insbesondere innerhalb der Familie, ein wichtiges Thema. Laut Studie der Wirtschaftskammer wird jeder zweite Familienbetrieb innerhalb der Familie in die zweite Generation übergeben. „Wir wollen nicht nur Unternehmensgründungen fördern, sondern auch, dass die Gründer leichter neue Jobs schaffen können“, so Ribing. Deshalb fordert die Wirtschaftskammer, die Lohnnebenkostensenkung für innovative Start up´s (für drei Mitarbeiter in den ersten drei Jahren) auf alle Gründer auszuweiten.