Abschied naht: Burg bald ohne Gastronomie

Erstellt am 08. September 2022 | 05:40
Lesezeit: 3 Min
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Die älteste Burg des Burgenlandes ist ein markantes Wahrzeichen der Region. Mit Ende Oktober verabschiedet sich Burgwirt Harald Schmirl. Einen Nachfolger hat man aktuell noch nicht gefunden. Foto: Archiv
Foto: Archiv
Mit Ende Oktober verabschiedet sich Harald Schmirl von der Burg Güssing und widmet sich neuen gastronomischen Projekten. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich — auch wegen der fehlenden Barrierefreiheit — für die Burgstiftung mehr als schwierig. Für die gastronomische Versorgung will man künftig trotzdem aufkommen, aber nur in abgespeckter Form.
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Dass Harald Schmirl mit Saisonende auf der Burg Güssing für immer ausgekocht hat, ist keine Neuigkeit mehr. Hochzeiten, Geburtstage, Weihnachtsfeiern und allerlei andere Feste hat er in den letzten 13 Jahren auf der Burg Güssing im dazugehörigen Burgrestaurant ausgerichtet und sich nebenbei noch um die kulinarische Versorgung der vielen Tagesgäste gekümmert.

„Es war eine wunderschöne Zeit. Die Burg ist eine Heimat geworden, ja sogar ein Stück von mir; und das wird sie auch bleiben. Als ich damals nach Güssing kam, habe ich nicht nur die Burg in mein Herz geschlossen, sondern auch den Buschenschank Mondschein in Glasing. Ich habe ihn gepachtet und richte ihn gerade her. Heuer im Dezember will ich dort anfangen“, erzählte Schmirl zu Saisonstart von seinen Zukunftsplänen.

Mit 31. Oktober ist für Harald Schmirl und sein Burgrestaurant also endgültig Schluss. Ein lang angekündigter Abschied, der jetzt doch in schnellen Schritten genaht ist. Zu schnell für die Burgstiftung, um einen Nachfolger zu finden. „Natürlich sucht man nach 12 Jahren eine neue Aufgabe, ist auf Veränderung fokussiert. Uns trifft das zwar nicht unvorbereitet, aber wir verlieren dennoch einen kulinarischen Künstler und Frequenzbringer für die Burg Güssing“, zeigt Burgmanager Gilbert Lang Verständnis.

Niveau ist nicht haltbar

Um die Gäste aber auch in Zukunft gastronomisch zu versorgen, will man jetzt über den Winter eine Lösung finden. Die Versorgung mit Getränken und Speisen werde man aber auf diesem hohen und personalintensiven Niveau nicht mehr leisten können, zumindest vorerst nicht. „Wenn man sich die derzeitige Situation in der Gastronomie vor Augen hält, dann weiß man, dass sich daran auch nichts so schnell ändern wird. Wir sind hier mit einer riesengroßen Herausforderung beschäftigt“, bittet Lang um Verständnis.

Ein weiterer Umstand, der der Burgstiftung als Verpächter, nicht optimal in die Karten spielt, ist auch die fehlende Barrierefreiheit im Burgrestaurant. „Ein neuer Pächter hat neue Auflagen und das bedeutet für uns, dass wir extrem viel investieren müssen. Geld, das aktuell nicht in dem Ausmaß da ist“, erklärt Burgadministrator Werner Unger.

Wie es also im Frühjahr weitergehen soll, zumindest in Sachen gastronomischer Versorgung, bleibt offen. Man sei um eine Lösung bemüht.

Was allerdings feststeht: Die Ausstellung „Von Deutschwestungarn ins Burgenland“ legt ab 31. Oktober nur eine Pause ein. Mit Saisonstart am 15. März 2023 wird diese wieder geöffnet.

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