Auswandern nach Amerika: Der Traum vom Glück. Viele Bugenländer machten sich auf den Weg nach „Übersee“, ihre Traditionen und ihre Heimat behielten sie immer im Herzen.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 04. Juni 2021 (05:46)

In den 1920er Jahren suchten viele Burgenländer ihr Glück in Amerika. Alleine aus dem Bezirk Güssing sind um die 9000 Menschen emigriert.

Vom Reisekoffer bis zur Miss-Wahl

Im Auswanderermuseum in der Alten Hofmühle zeigt seit 1994 die „Burgenländische Gemeinschaft“ die Geschichte der Auswanderer. Dieser Verein pflegt seit über sechzig Jahren die Heimatverbundenheit der Burgenländer, die über die ganze Welt verstreut ein neues Zuhause gefunden haben. „Aus dem Bezirk Güssing sind die meisten Menschen nach New York ausgewandert“, erzählt Erwin Weinhofer. Er führt mit Karl Pratl, Frank Heidenwolf, Gustav Stampf, Dieter Kirchner und Hubert Hanzl abwechselnd die Besucher durch die Ausstellung.

Präsident der Burgenländischen Gemeinschaft ist Walter Dujmovits. Im Museum taucht man in eine andere Zeit ein, in der die Lebensumstände fern des heutigen Standards waren. „So versteht man, warum Tausende ihre Heimat verlassen haben“, schildert Erwin Weinhofer. „Alleine in Güssing hat es sieben Agenturen gegeben, die Leute für die Auswanderungen angeworben haben.“ Trotz der Entfernung haben die Burgenländer ihre „Alte Heimat“ nicht vergessen. „In New York wird auch heute noch die `Miss Burgenland´ gewählt. Sie ist immer bei dem Ausländerpicknick in Moschendorf zu Gast, das jedes Jahr veranstaltet wird“, berichtet Weinhofer.

Leihgaben zum Jubiläum an die Burg Schlaining

Zum 100. Geburtstag des Burgenlandes werden auch die Auswanderer-Geschichten in der Jubiläums-Ausstellung auf Burg Schlaining ihren Platz finden. Zahlreiche Leihgaben werden dafür vom Auswanderermuseum zur Verfügung gestellt. „Es wird beispielsweise der Koffer von John Wenzel zu sehen sein, der aus Grodnau stammt und der die Burgenländerkolonie in Chicago gegründet haben soll. Dieser Koffer ist mehrmals über den Atlantik gewandert. Aber auch Schriftstücke, wie Plakate vom Katherinenball oder der Miss-Burgenland-Wahl in New York, werden ausgestellt sein“, erzählt Erwin Weinhofer.

Die Ausstellung auf Burg Schlaining wird ab dem 15. August zu besichtigten sein. Das Auswanderermuseum, dem auch das Josef Reichl-Museum angeschlossen ist, ist bis 31. Oktober jeden Samstag, Sonntag und Feiertag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Nach telefonischer Absprache können Termine an anderen Tagen vereinbart werden. Mehr Informationen zum Museum gibt es auf der Homepage der Burgenländischen Gemeinschaft: www.burgenlaender.com.