Schulden konnten 2016 wieder verringert werden. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Schulden überall verringert.

Erstellt am 22. November 2017 (05:02)
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Der Finanzminister wird sich freuen
APA (dpa/Symbolbild)

Der öffentliche Schuldenstand der 171 burgenländischen Gemeinden konnte — trotz höherer Investitionen in kommunale Infrastruktur und steigender Pflichtausgaben — auch im Haushaltsjahr 2016 weiter verringert werden.

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Das sagt die Gemeindefinanzstatistik 2016, die in der Vorwoche von Landesrätin Astrid Eisenkopf präsentiert wurde. Betrachtet man die einzelnen Bezirke im Landesvergleich, so fällt auf, dass vor allem die beiden südlichen Verwaltungseinheiten relativ hohe Pro Kopf-Schulden aufweisen. Der Bezirk Jennersdorf ist mit einem Schuldenstand von insgesamt knapp 36,5 Millionen Euro (2.117 Euro pro Kopf) negativer Spitzenreiter, gefolgt vom Bezirk Güssing mit rund 40,3 Millionen Euro Schulden (1.538 Euro pro Kopf). Dem gegenüber steht eine freie Finanzspitze von rund 4,7 Millionen Euro (Bezirk Güssing) und 1,7 Millionen Euro (Bezirk Jennersdorf). Von Gemeinde zu Gemeinde gibt es aber gravierende Unterschiede.

Strem liegt an der Spitze

Im Bezirk Güssing ist es die Gemeinde Strem, die mit einer Pro Kopf-Verschuldung von 5.935 Euro mit großem Abstand an der Spitze liegt. Grund dafür ist der Bau des Seniorenzentrums vor mehr als zehn Jahren. „Mittlerweile übersteigen die Einnahmen des Zentrums die Ausgaben, daher wird der Schuldenabbau vorangetrieben. Würden wir das Zentrum verkaufen, dann wären wir auf einen Schlag schuldenfrei“, sagt Strems Bürgermeister Bernhard Deutsch.

Ähnlich die Lage in Heiligenkreuz, der Gemeinde im Bezirk Jennersdorf mit der höchsten Pro Kopf-Verschuldung (5.434 Euro). „Die hohe Verschuldung liegt an gravierenden Altlasten durch den Kanalbau und andere Infrastrukturprojekte. Heuer haben wir auch ins Bildungszentrum investiert. Dafür haben wir die größte freie Finanzspitze aller Gemeinde im Bezirk“, sagt Bürgermeister Edi Zach.

Rudersdorf ist hingegen die Gemeinde mit der geringsten Pro Kopf-Verschuldung im Bezirk Jennersdorf, dafür mit einem hohen Sollabgang. „Unser Schuldenstand scheint besser, als er ist. Wir haben das Bildungszentrum mit Leasing finanziert, daher scheinen diese Schulden in der Statistik nicht auf. Wir sind aber dabei, die Schulden abzubauen“, erklärt Rudersdorfs Bürgermeister Manuel Weber.