Kritik an Postenvergabe. Vizebürgermeister Alois Mondschein fordert neuerlich Hearings bei Stellenausschreibungen der Stadtgemeinde.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 04. Dezember 2019 (04:23)
Vizebürgermeister Alois Mondschein möchte die Postenvergabe durch Hearings verbessern.
DMF

Bereits im September, in der ersten Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause, hat Vizebürgermeister Alois Mondschein die Vorgehensweise der Stadtgemeinde bei der Vergabe von Gemeindeposten in Frage gestellt..

Bessere Einschätzung durch Hearing?

Nun wird abermals Kritik laut. Auch in der darauffolgenden Gemeinderatssitzung im Oktober standen wieder Postenvergaben auf der Tagesordnung. Nach Vorgesprächen, die von den Fachreferenten und dem Stadtamtsleiter geführt wurden, sind drei Bewerber für eine Stelle in die nähere Auswahl gekommen. Wer schlussendlich den Zuschlag bekam, wurde ohne die Stimmen der ÖVP beschlossen.

Vizebürgermeister Alois Mondschein möchte die Postenvergabe durch Hearings verbessern.
DMF

„Die Vorgespräche sind gut, damit eine Vorentscheidung getroffen werden kann“, erläutert Mondschein die Situation, „aber für jene, die in die engere Wahl kommen, muss es ein Hearing geben. Man kann über einen Vorschlag nur abstimmen, wenn es eine persönliche Vorstellung gibt. Hearings sind in vielen Gemeinden üblich, für alle ausgeschriebenen Stellen. Ich kann nicht aufgrund der Bewerbungsunterlagen für oder gegen einen Kandidaten stimmen, wenn ich ihn nicht kenne. Bei einem Hearing können viel besser die Kompetenzen und die Beweggründe der Bewerber festgestellt werden.“

Ausschlaggebend für die neuerliche Kritik an dem Auswahlverfahren ist der Umstand, dass jener Bewerber, zu dessen Gunsten die Entscheidung gefallen ist, nun seine Bewerbung zurückgezogen hat. „Wenn man ein persönliches Gespräch geführt hätte, hätte man vielleicht dieser Situation entgegenwirken können. Um einer solchen Sachlage in Zukunft vorzubeugen, muss das Vergabeverfahren neu überdacht werden“, fordert Mondschein.

Knor hält an üblicher Vorgehensweise fest

Bürgermeister Vinzenz Knor möchte das Auswahlverfahren in der gleichen Form aufrecht erhalten.
BVZ

„Ich teile diese Meinung nicht. Es hat ein Auswahlverfahren gegeben, durch das es zu dieser Reihung gekommen ist. Der Erstgereihte erhielt dabei den Zuschlag und hat sich aber in der Zwischenzeit anders entschieden. Alle haben bei den Vorgesprächen gesagt, dass sie den Job annehmen würden. Wenn sich daraufhin etwas ändert, ist das eine persönliche Entscheidung. So etwas kann auch durch ein Hearing nicht vermieden werden. Die Sachbearbeiter wissen, welche Fertigkeiten die Bewerber haben müssen, sie sind die Befähigten dafür festzustellen, ob ein Bewerber geeignet ist“, erklärt Bürgermeister Vinzen Knor. Ein anderer Posten, der durch die selbe Methode vergeben wurde, konnte in dieser Woche wieder besetzt werden. Ob die nun weiterhin offene Stelle neu ausgeschrieben wird oder einer der anderen Bewerber den Zuschlag erhält, wird erst festgelegt.