Kulturzentrum: Statik abermals am Prüfstand

Erstellt am 29. Januar 2022 | 05:19
Lesezeit: 3 Min
Kulturzentrum Güssing
Foto: © KBB
Die Vorarbeiten für die Modernisierung des Kulturstandorts Güssing sind im Zeitplan. Die ÖVP fordert indessen weiterhin auch einen Ausbau der Burg.
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Vor ziemlich genau sieben Monaten fand die Volksbefragung zum Kulturstandort Güssing statt. Knapp 59 Prozent der Befragten haben sich damals für den Ausbau des Kulturzentrums ausgesprochen.

Das Ergebnis ist bindend, hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Devise ausgegeben. In den vergangenen Monaten ist auch hinsichtlich der Planungen einiges weitergegangene. Eine vertiefende Projektstudie sei in der finalen Phase, heißt es dazu aus dem Büro des Landeshauptmannes. Gleichzeitig führe man derzeit mit den zukünftigen Nutzern, den Kulturverantwortlichen und den Mietern, Gespräche.

Flexible Bühne für drinnen und draußen

Als neuer Aspekt wird eine nach innen und außen flexibel nutzbare Bühne geprüft, um sowohl Indoor-Aufführungen als auch Open-Air-Veranstaltungen möglich zu machen. Gleichzeitig befinde man sich weiterhin in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, das wenige Tage nach der Volksbefragung das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt hat. Ein Umstand, den man bereits davor erahnen konnte.

Statik des Gebäudes als Herausforderung

Aktuell wird auch die Statik des Hauses abermals genau unter die Lupe genommen. Errichtet wurde das 1977 eröffnete Gebäude, welches auf Pfählen steht, inmitten eines Sumpfgebietes. Genau diese bauliche Maßnahme war es auch, die den Projektverantwortlichen bereits vor der Volksbefragung Kopfzerbrechen bereitete. „Die Analysen der Bausubstanz waren schlechter als erwartet“, hieß es damals.

Am Zeitpunkt für den Start des Umbaus sollen diese Umstände trotzdem nichts ändern, bekräftigt man seitens des Landeshauptmannes. 2023 will man mit dem Bau beginnen, 2025 soll eröffnet werden. Ein Rahmenterminplan wird jedoch noch im Zuge der Machbarkeitsstudie erstellt.

Politisch hingegen sorgt das Projekt weiterhin für viel Unverständnis bei der ÖVP. Man habe zwar nichts gegen die Investition, aber fordert seitens der ÖVP nach wie vor den Ausbau von KUZ und Burg.

Gegensätzlich interpretiert man auch die Beantwortung der von VP-Landtagsabgeordnetem Walter Temmel gestellten schriftlichen Anfrage an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil vom 8. November betreffend „Kulturzentrum Güssing“.

Für die VP steht fest, dass statt den versprochenen 55 Millionen Euro nur noch 20 Millionen Euro in den Kulturstandort Güssing investiert werden sollen. Seitens des Landeshauptmannes spricht man von unterschiedlichen Vorhaben, die direkt demokratisch zur Abstimmung vorgelegt wurden und deren Ergebnis zur Kenntnis zu nehmen ist. Der Investitionsbedarf in den Ausbau der Burg wäre um ein Vielfaches höher gewesen.

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