ÖGB Regionalsekretär: „Nervosität ist zu spüren“. Die sowieso schon seit März angespannte Lage bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern hat sich wieder verschärft. Das ÖGB-Team hat seither alle Hände voll zu tun.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 09. November 2020 (06:59)
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Edmund „Jimmy“ Artner, ÖGB Regionalsekretär von Güssing/Jennersdorf, erzählt von seinen Erfahrungen.
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In besonderen Zeiten bedarf es auch immer eines besonderen Engagements von Menschen, die Hilfestellungen und Problemlösungen anbieten. Einer davon ist Edmund „Jimmy“ Artner, ÖGB Regionalsekretär von Güssing/Jennersdorf. Er hat mit seinem Team in der Geschäftstelle in Güssing seit März eine große Flut an Anfragen abzuarbeiten.

BVZ: Wie habt ihr die Situation im März erlebt?

Edmund Artner: Es war eine Umstellung unserer Arbeitsweise, wir mussten rasch Handeln, die Telefone liefen heiß. Wir mussten uns stündlich via Telefonkonferenz austauschen, um auf aktuelle Probleme und Maßnahmen für ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern reagieren zu können.

BVZ: Gab es damals viele Anfragen? Wie habt ihr euch darauf eingestellt?

Artner: Sehr viele Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber, haben uns angerufen und um Hilfe gebeten. Wir haben schnell reagiert mit der sofortigen Installation einer Corona Hotline, aber auch mit der Unterstützung durch regionale ÖGB-Ansprechpartner. Die meisten Anfragen gab es zur Abwicklung der Kurzarbeit und der Kündigungen. Aufgrund der personellen Situation beim AMS konnten die 48 Stunden für die Bearbeitung der Anträge zur Kurzarbeit nicht zeitgerecht abgewickelt werden .

BVZ: Hat sich die Situation seither gebessert?

Artner: Es war kurzzeitig ruhiger, jedoch seit Ende Oktober merkt man wieder vermehrte Unsicherheit bei ArbeitnehmerInnen und auch Arbeitgebern, aufgrund zahlreicher Ankündigungen sowie unterschiedlicher Auffassungen der Verordnungen (vermehrte Fragen zu Gesetzeswidrigkeit) . Wir sind erfreut über die Aufstockung des AMS Personals und unsere Corona Hotline können wir jederzeit wieder starten. Wir sind gut gewappnet und das seit Beginn der Pandemie.

BVZ: Am Samstag der vergangenen Woche wurde der nächste Lockdown verkündet, wie hat sich das bisher bei euch bemerkbar gemacht?

Artner: Die Nervosität ist zu spüren, sowohl auf Arbeitgeber- als auch auf Arbeitnehmerseite . Natürlich sind vehement vermeht Anfragen gekommen, speziell im Bereich der Lehrlinge, die im Moment die Berufsschulen besuchen.

BVZ: „In jeder Krise steckt eine Chance“ - gilt das auch für den Arbeitsmarkt?

Artner: Es werden mit Sicherheit Jobs „verschwinden“, aber auch Neue werden entstehen!