Reichen drei Millionen für den Rathaus-Umbau?. Beim Umbau des Güssinger Rathauses spalten sich die Meinungen zu den geplanten Ausgaben, eine Aufstellung soll Transparenz bringen.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 14. Mai 2020 (05:41)
Dauerbrenner Rathausumbau. Seit Monaten läuft der Umbau und ebenso lange, die Diskussionen um die Höhe der Investitionen. Während Vizebürgermeister Mondschein einen „Zahlendschungel“ ortet, beruhigt Ortschef Knor mit „Baukosten im Plan.“
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Seit 2018 sorgt der Umbau des Rathauses für viel Gesprächsstoff in der Burgstadt und ist auch immer wieder Thema in Gemeinderatssitzungen, wie auch am Donnerstag der Vorwoche.

Vizebürgermeister Alois Mondschein wollte nämlich wissen, warum sich die Baukosten in den letzten Monaten so oft verändert haben: „Von zwei Millionen Euro im März 2018 sind es dann letztendlich im Mai 2019 drei Millionen Euro gewesen. Derzeit stehen wir bei einem Gesamtbetrag inklusive der Planungsleistungen von rund 3,3 Millionen Euro.“

Suche nach den Mehrkosten

Mondschein fordert mehr Transparenz und eine klare Aufstellung der Kosten: „Ich habe auf meine Anfrage keine konkrete Antwort bekommen, wir wissen nicht, woher die Kostensteigerung kommt. Wieso liegen die Ausgaben nicht mehr im Plan?“ Deshalb appelliert er an die Stadtführung, eine Kostenaufstellung auszuarbeiten, um Licht in den „Zahlendschungel“ zu bringen.

Mögliche Abzüge bei den Kosten hat der Vizebürgermeister bereits einkalkuliert: „Die Vorsteuerabzugsberechtigung betrifft nur die Vermietung, also einen relativ geringen Teil, daher kann nicht fälschlicherweise immer exklusive Mehrwertsteuer kalkuliert werden, jedoch selbst wenn man den Gesamtbetrag inklusive Planungsleistungen ohne Mehrwertsteuer betrachtet, liegt die derzeitige Summe bei 2.807.036 Euro, also auch weit entfernt von 2 Millionen.“

Während Vizebürgermeister Alois Mondschein (ÖVP) mehr Transparenz beim Rathausumbau fordert…
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Optimismus in Sachen Rathaus-Umbau legt Mondschein nicht mehr an den Tag: „Ich denke, dass eventuell dem Architekten bei der Kostenschätzung Fehler unterlaufen sind. Entweder es ist hier etwas schief gelaufen, oder es sind während des Umbaus Dinge aufgetreten, die man nicht geplant hat. Am besten wäre es, wenn der Architekt bei der nächsten Gemeinderatssitzung diese Kosten erläutert. Ich gehe davon aus, dass sich der Betrag weiter erhöhen wird.“

Baukosten liegen laut Gemeinde im Plan

Bürgermeister Vinzenz Knor kann die neuerliche Aufregung um den Rathausumbau nicht nachvollziehen: „Es ist zum großen Hobby von Vizebürgermeister Alois Mondschein geworden, der Rathausumbau, weil er mit seinen Intentionen dazu nicht durchgekommen ist. Seine Vorschläge, wie zum Beispiel das Rathaus im Postamtsgebäude unterzubringen oder einen Architektenwettbewerb durchzuführen, wurden nicht realisiert. Hier geht es nur um einen Umbau, mit einem Wettbewerb wäre es sicher teurer geworden, und die Verlegung des Rathauses ins Postamtsgebäude wäre ebenso problematisch gewesen, was hätten wir dann mit dem Rathaus gemacht? Das ist ein Steckenpferd von ihm, bei einem Umbau weiß man, was man haben möchte, da braucht man keinen Wettbewerb. Wir sind zuerst von Kosten von zwei Millionen Euro ausgegangen, als die Pläne konkreter wurden, ist nachgerechnet worden, und wir sind auf die Summe von 2,5 Millionen Euro gekommen, die wir im Gemeinderat beschlossen haben. Wir haben dafür ein Darlehen in der Höhe von 3 Millionen Euro aufgenommen und wir liegen gut im Plan. Es könnten sich verschiedene Dinge ergeben, das ist normal bei Bauarbeiten, bisher ist das aber nicht der Fall und mit den 3 Millionen haben wir eine ausreichende Pufferzone. Abgerechnet wird immer zum Schluss.“

… ist Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ) davon überzeugt, den besten Weg beim Umbau beschritten zu haben.
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