Verhandlungen über gemeinsames Theater-& Kulturprojekt. Ein gemeinsames Theater- und Kulturprojekt Güssing soll schon bald Wirklichkeit werden. Ein Plan fehlt aber.

Von Carina Fenz. Erstellt am 10. Oktober 2018 (04:03)
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Güssings Vizebürgermeister Alois Mondschein will ein gemeinsames Theater- und Kulturprojekt Güssing.

Die Dramaturgie des Stücks hätte nicht spannender sein können: Hoffmann gegen Koller, Burg gegen Festwiese, Rot gegen Schwarz. Die Rede ist von den Burgspielen Güssing und dem Güssinger Kultursommer, die das Kulturleben der Stadt Güssing bereichern. Jeder auf seine Weise. Organisatorische Probleme und Interessensverlagerungen der Verantwortlichen führten vor 13 Jahren zu einem vorläufigen Ende der „gemeinsamen“ ursprünglichen Burgspiele. Daraus entwickelten sich die Burgspiele Güssing, die seit zehn Jahren auf der Festwiese beheimatet sind und der Güssinger Kultursommer, der auf der Burg seine Spielstätte hat.

"Das ist ein Mega-Projekt, bei dem man verlieren kann, aber es ist auch ein Herzensprojekt, also gehe ich das Risiko ein“

Güssings Vizebürgermeister Alois Mondschein (ÖVP) prescht jetzt mit dem Plan, wieder ein gemeinsames Theater- und Kulturprojekt Güssing unter einer gemeinsamen Führung zu schaffen, nach vorne. Er will als Vermittler auftreten und die verhärteten Fronten lösen, „auch wenn das möglicherweise mein politisches Ende bedeuten würde. Das ist ein Mega-Projekt, bei dem man verlieren kann, aber es ist auch ein Herzensprojekt, also gehe ich das Risiko ein“, so Mondschein. Vorgespräche zwischen Mondschein und dem Güssinger Kultursommer und den Burgspielen gab es bereits.

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Burgspiele Obfrau Hilde Kollar: „Wenn die Bedingungen passen, kann ich mir ein gemeinsames Projekt sehr wohl vorstellen.“

Einen ersten Schritt in Richtung „Versöhnung“ hat es bereits im Vorjahr gegeben. Der gemeinsame Marketingauftritt von allen Güssinger Kulturvereinen wurde damals beschlossen. „Das war mir besonders wichtig und ich bin froh, das uns dieser Schritt gelungen ist“, heißt es von Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ).

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Kultursommer-Intendant Frank Hoffmann: „Kultur hat kein rotes und auch kein schwarzes ‚Mascherl‘. Wir geben uns gesprächsbereit.“

Der nächste Schritt von Mondschein ist es jetzt, mit den Burgspielen und dem Güssinger Kultursommer intensive Gespräche aufnehmen. „Wir sind offen zu verhandeln. Wenn die Bedingungen passen, kann ich mir ein gemeinsames Projekt sehr wohl vorstellen. Ein Generationenwechsel in beiden Vereinen wird ebenfalls in den kommenden Jahren noch dazu aktuell werden“, erklärt Hilde Koller, Obfrau der Burgspiele.

Kultursommer-Intendant Frank Hoffmann sagt: „Kultur hat kein rotes und auch kein schwarzes ‚Mascherl‘. Wir geben uns gesprächsbereit.“