Volksbefragung zum Kulturstandort

Güssing bekommt ein modernes Kulturzentrum, aber warum?

Erstellt am 11. Juni 2021 | 00:00

Das Burgenland will’s wissen: Im Zukunftsplan Burgenland bekennt sich die Landesregierung zur Sicherung beziehungsweise zur Schaffung eines modernen Kulturzentrums in jedem Bezirk des Landes. Wie im Regierungsprogramm vorgesehen, soll die Bevölkerung des Bezirks Güssing darüber entscheiden, ob das stark sanierungsbedürftige KUZ oder die Burg zu einem modernen Kultur- und Veranstaltungszentrum ausgebaut werden soll.

Am 27. Juni sind alle Bürgerinnen und Bürger des Bezirks aufgerufen, in ihren Gemeindeämtern darüber abzustimmen.

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Kulturzentrum ist sanierungsbedürftig

Die Sanierung des am 27. August 1977 eröffneten Kulturzentrums — welches zur Förderung der kulturellen Aktivitäten der Stadt Güssing beigetragen hat — wäre allerdings ein enormer Aufwand.

Wussten Sie, dass das KUZ inmitten eines Sumpfgebietes errichtet wurde und auf Pfählen steht? Genau diese bauliche Maßnahme ist es, die den Projektverantwortlichen Kopfzerbrechen im Falle einer Sanierung bereitet. Die Landesimmobilien Burgenland GmbH (LIB) hat in den vergangenen Monaten mit Experten Analysen der Bausubstanz des KUZ durchgeführt. Die Ergebnisse waren schlechter als erwartet.

Massive Schäden

Aufgrund des instabilen Untergrunds ist es zu statischen Mängeln gekommen, welche eine umfassende Sanierung notwendig machen. In Summe haben die Gutachter eine Reihe von Baumängeln festgestellt, wie massive Schäden an der Gebäudehülle, ein undichtes Flachdach, eine bröckelnde Fassade und massive Schäden an der Tragkonstruktion – an der Decke unter dem Erdgeschoss.

Bei der Bodenplatte unter dem Erdgeschoss ist davon auszugehen, dass aufgrund von Betonabplatzungen bei den Deckenträgern und bereits fortgeschrittener Bewehrungskorrosion der Großteil der Bodenfläche und die Deckenkonstruktion inklusive Fußbodenaufbau abzutragen beziehungsweise neu herzustellen ist. Zudem ist nahezu die gesamte haustechnische Anlage überaltert – egal ob Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär- und Elektroanlagen.

Neubau als Alternative

Angesichts des schlechten Zustands des KUZ ist der Investitionsbedarf so groß, dass nun als Alternative ein Neubau eines Kulturzentrums auf der Burg Güssing am Tisch liegt.

Am 27. Juni sind alle Wahlberechtigten im Bezirk eingeladen, zwischen den Optionen Sanierung KUZ und Neubau Kulturzentrum auf der Burg zu entscheiden.

Einmalige Chance

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil dazu: „Güssing ist bekannt für seine Vielzahl an kulturellen Aktivitäten. Aber Kultur braucht einen attraktiven Rahmen. Als Landesregierung bekennen wir uns daher klar zur Sicherung bzw. Schaffung eines modernen Kulturzentrums in jedem Bezirk des Landes.

Das ist eine einmalige Chance, die Stadt als Kulturstandort weit über die Grenzen hinaus zu etablieren. Klar ist: Jede Stimme zählt. Daher lade ich alle Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Güssing ein, am 27. Juni an der Volksbefragung teilzunehmen.“

Die Pläne für das KUZ

  • Sanierung des aktuellen Bestandes inklusive statischer Arbeiten
  • Modernisierung der beiden Veranstaltungssäle inklusive zeitgemäßer Technik. Die Kapazitäten (rund 500 Sitzplätze im großen Saal) bleiben gleich.
  • Überdachung und Aktivierung des ehemaligen Innenhofes
  • Galerieebene im ehem. Innenhof
  • Neue Ausstellungsebene (Kunstbox) als Aufbau über dem ehem. Innenhof
  • Schaffung einer Restaurant-Terrasse
  • Vorplatzgestaltung

Voraussichtliche Projektkosten: 20 bis 25 Millionen Euro

Die Pläne für die Burg

  • Errichtung Veranstaltungssaal (ca. 500 Sitzplätze)
  • Freiluft-Tribüne (550 Sitzplätze) im Burghof
  • Errichtung Nebenräume: Tickets/Garderoben/WC etc.
  • Restaurant mit Terrasse
  • Studios/Klubräume/Bibliothek
  • Errichtung 250 Parkplätze entlang der Batthanystraße
  • Errichtung Standseilbahn vom Hauptplatz (Talstation) bis Parkplatz (Mittelstation)
  • Errichtung 2 große Personenlifte zwischen Parkplatz (Mittelstation) und Foyer

Voraussichtliche Projektkosten: 50 bis 55 Millionen Euro