Wirbel um Bildungsreise. Der mögliche Neubau der Volksschule sorgt weiterhin für Diskussionen, die ÖVP wirft SPÖ Untätigkeit vor.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 10. April 2019 (04:19)
BVZ
Das Volksschulgebäude hat seine Glanzzeit bereits hinter sich, ob ein Neubau oder eine Renovierung ansteht, wird erst entschieden.

Der Neubau der Volksschule sorgt weiterhin für Diskussionen. Nach Ansicht der ÖVP geht der Prozess zu schleppend voran, sie wirft der SPÖ Untätigkeit vor.

Besichtigungstour ohne SPÖ

Stadtrat und ÖVP-Bildungsreferent Johannes Hofbauer organisierte Ende März eine Besichtigungstour zu modernen Schulen in die Steiermark, zu der alle Gemeinderäte eingeladen waren. „Leider fand niemand von der SPÖ Stadtregierung Zeit, daran teilzunehmen“, bedauerte Hofbauer. Auch Vizebürgermeister Alois Mondschein fordert mehr professionellen Einsatz: „Eine durchdachte Schulbauplanung benötigt eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren, davon konnten wir uns bei unseren Schulbesuchen überzeugen. Worauf wartet der Bürgermeister also noch?

Eine unprofessionelle Husch-Pfusch-Lösung wie beim Rathaus wäre den Kindern und dem Lehrpersonal gegenüber unverantwortlich. Die Planungsphase muss jetzt endlich starten. Bürgermeister Knor muss zu seinen Versprechungen, die er der Bevölkerung und auch den Medien gegenüber macht, stehen. Es braucht endlich einen Grundsatzbeschluss, ob ein Neubau ansteht oder eine Alternative geplant ist.“

Zur Causa Volksschule gibt es eine Arbeitsgruppe, die aus dem Stadtrat besteht. „Diese Arbeitsgruppe hat nur einmal getagt, und das war im Frühjahr 2018. Auf unsere Nachfrage bei der letzten Gemeinderatssitzung bekamen wir als Antwort nur, dass daran gearbeitet wird“, beklagt Mondschein die Vorgehensweise. „Wir wollen konstruktiv mitarbeiten, die Arbeitsgruppe muss wieder tagen. Die SPÖ hat den Neubau bereits gefordert, bevor die das Amt des Bürgermeisters innehatte. Nun sind sie am Ruder und es geht nichts weiter.“

Einladung erfolgte zu spät

Bürgermeister Vinzenz Knor sieht die Sachlage etwas anders: „Die Bildungsreise, die die ÖVP unternommen hat, wurde leider erst Dienstag per E-Mail an die Gemeinderäte der SPÖ geschickt, obwohl bereits am Donnerstag der Termin war. Das war zu kurzfristig.“ Und zur aktuellen Diskussion um die Arbeitsgruppe: „Es sind nur Wiederholungen, die die ÖVP von sich gibt. Es müssen zuerst grundlegende Möglichkeiten abgeklärt werden, so haben wir beispielsweise einen möglichen Platz beim Schulzentrum gesucht, der vom Ministerium bewilligt werden musste. Das ist mittlerweile geschehen.

Außerdem liegt eine Expertise von einem Baumeister vor, die möglicherweise bereits in der nächsten Stadtratssitzung besprochen wird. Zusätzlich warten wir noch auf den Bescheid vom Land, ob ein neuer Turnsaal gebaut werden muss. Erst dann können wir einen Grundsatzbeschluss fassen. Ab diesem Zeitpunkt macht es Sinn, wenn die Arbeitsgruppe wieder zusammenkommt, dann startet die intensive Phase.“