Der Hase trinkt zwei Liter: Dopplerflasche feiert Comeback

In der Pop-up-Vinothek in Hasendorf ist er wieder so dick im Geschäft, wie er einst war: Der Doppler – ein bauchiges Stück Kult mit Wein im großen Stil.

Erstellt am 21. November 2021 | 06:20

Manchmal hoppelt der Hase anders als gedacht und doppelt gemoppelt ist sowieso cooler. So oder halt auch gar nicht so ähnlich wird vielleicht Alexander Marakovits gedacht haben, als er im ehemaligen Bauernhaus seiner Großmutter Österreichs erste Pop-up-Vinothek für den Doppler ins Leben gerufen hat. Auf jeden Fall ist dem Alex damit ein wirklich schräges Geschäftsmodell „eing’schossn“, das wiederum g’scheit eing’fahrn is – im positiven Sinne natürlich!

„Der Doppler, also die 2-Liter Flasche Wein, die ist früher in jedem Haushalt zu finden gewesen. Er war so omnipräsent, wie ein Stück Brot, bis der Doppler plötzlich in Verruf kam und vom Küchentisch verschwand. Das hat mich beschäftigt, und zwar so sehr, dass ich jetzt die Pop-up-Vinothek eröffnet habe, in der wir der Kultflasche huldigen und zu einem Comeback verhelfen wollen“, erklärt der PR-Fachmann.

Elf Weingüter aus dem Burgenland, der Steiermark und Niederösterreich haben fürs doppelt-gute Revival in Summe 13 verschiedene Qualitätsweine in der großen Flasche abgefüllt.

In Marakovits Pop-up-Store können diese jetzt nicht nur gekauft, sondern selbstverständlich auch verkostet werden. „In einer lustigen Runde mit Freunden eine Flasche Doppler zu trinken, den Wein in die urig-runden Achterlgläser einschenken und dann einfach zammsitzen und tratschen, das hat man früher in fast jedem Haus gemacht. Als mich meine 18-jährige Tochter letztes Jahr verwundert gefragt hat, was denn eigentlich ein Doppler überhaupt ist, da wurde mir aber klar, dass jetzt eine ganze Generation heranwächst, welche den großen, bauchigen Klassiker aus Glas gar nicht kennt. Das musste ich ändern“, schmunzelt Alex Marakovits, der zuvor auch selbst vieles veränderte.

Nach langen Jahren in Wien und einem fordernden Berufsleben, mag der Alex einfach nur „heim“. Und daheim ist Hasendorf für ihn, denn hier, am alten Streckhof seiner Großeltern, da wächst der heute 48-Jährige mit auf.

„Das Haus ist sieben Jahre lang leer gestanden. Die Vinothek ist im Stadl untergebracht, mit alten Möbeln aus der Hoch-Zeit des Dopplers bestückt und abgefüllt wurden nur Qualitätsweine von namhaften Winzern. Dass der Wein in den Dopplern früher nämlich oft als grauslich verschrien war, damit ist jetzt Schluss. Und Rot und Weiß halten sich in meinem Sortiment natürlich die Waage.“

Marakovits Geschäftsidee läuft übrigens, wie der Inhalt seiner Flaschen, die Kehle runter. „Die Leute kommen von überall her, um den Doppler zu kaufen. Die Resonanz bisher zeigt, dass noch viele Generationen schöne Erinnerungen mit dem Doppler verbinden und die Jugend, die verliebt sich grad neu in die Kultflasche. So ein Doppler, der ist übrigens schneller leer, als man glauben mag“, zwinkert der Alex.