Wasserverkauf: Laut Gudenus war Güssinger gemeint

Johann Gudenus bestätigte im Untersuchungsausschuss, dass es beim Verkauf des österreichischen Wassers um Güssinger ging.

BVZ Redaktion Erstellt am 11. Juni 2020 | 05:45
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Szene aus dem "legendären Ibiza-Video"
Szene aus dem "legendären Ibiza-Video"
Foto: APA (SPIEGEL/SÜDDEUTSCHE ZEITUNG)

Seit etwas mehr als einer Woche tagt der „Ibiza“-U-Ausschuss. Gleich am ersten Tag spielte auch die Firma Güssinger Mineralwasser eine Rolle in den Befragungen. Bei dem österreichischen Wasser, über welches im Ibiza-Video mit dem damaligen FPÖ-Bundesobmann Heinz Christian Strache gesprochen wurde, war das Wasser des Sulzer Mineralwassererzeugers Güssinger gemeint.

Das bestätigte der frühere FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus im Untersuchungsausschuss des Nationalrats. Er habe aber kein persönliches Interesse an einem Deal gehabt, so Gudenus. Er habe nur gewusst, dass Güssinger Investoren brauche. Gudenus war mit dem russisch-österreichischen Investor Andrei Kotchetkov bekannt, dessen Finstil Holding Güssinger seit 2012 gehört hatte. Kotchetkov war offenbar nicht mehr bereit, Geld in Güssinger zu stecken. Der Mineralwasserabfüller meldete dann im Dezember des Vorjahres Insolvenz an. Das Sanierungsverfahren über den Mineralwasserabfüller wurde Ende Dezember ohne Eigenverwaltung eröffnet. 102 Gläubiger haben laut Creditreform Forderungen in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro angemeldet. Die Sanierung scheiterte jedoch. „Nachdem sich kein Käufer gemeldet hat, sollen die Anlagen jetzt verwertet werden“, bestätigte Masseverwalter Klaus Dörnhöfer.

Von der Insolvenz betroffen waren 17 Mitarbeiter. Dass es zwischen dem Ibiza-Video und Güssinger eine Verbindung gibt, war bereits vermutet worden.