Güssing: Einsatz für Burg und KUZ. Weiterhin sieht die Stadt-ÖVP keine Option darin, einen Kulturstandort in der Burgstadt für einen Ausbau zu präferieren. Sie fordert eine Unterstützung für beide Stätten.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 20. Juni 2021 (06:51)
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Alois Mondschein lud zum Informationsabend in das Kulturzentrum.
BVZ

Bei einem Informationsabend im Kulturzentrum präsentierte Vizebürgermeister Alois Mondschein vor rund hundert Interessierten die Bedenken und Vorbehalte der ÖVP zum Thema „Volksabstimmung - Burg oder KUZ?“.

Fragen zu Sicherheit und Kapazität

„Es geht um die Zukunft der Stadt und der Region. Güssing braucht beides“, bekräftigte Mondschein dabei den Standpunkt der ÖVP. Hervorgestrichen wurde die Bedeutung der Burg, die besonders im Sommer ein einmaliges Ambiente für diverse Veranstaltungen schafft. Kritisch allerdings wird der Zugang zu der Lokalität im Winter gesehen. „Wie sollen gebrechliche, alte Menschen (trotz der geplanten Lifte) diese Wege bei Eis und Schnee gefahrlos und einfach zurücklegen können“, fragte Mondschein und verwies auch auf ein mögliches Sicherheitsrisiko, dass durch den erschwerten Zugang für Rettungskräfte eventuell gegeben sein könnte.

Ebenfalls kritisch wird das Fassungsvermögen der geplanten Neubauten gesehen. „Größere Veranstaltungen wie Bälle werden weiterhin nicht möglich sein“, bedauert Mondschein. Auch ob und wie die Projekte umgesetzt werden können, da die Burg unter Denkmalschutz steht, ließ Mondschein in seine Überlegungen mit einfließen.

Er meint, dass der Neubau eines Veranstaltungszentrums möglicherweise nicht realisierbar ist: „Wenn die Volksbefragung keine Nebelgranate ist, soll Landeshauptmann Doskozil vor dem 27. Juni öffentlich erklären, dass die Verlegung des Kulturzentrums auf die Burg vom Bundesdenkmalamt genehmigt ist. Wenn er das nicht kann, ist die Volksbefragung eine Farce und Täuschung der Bevölkerung des Bezirkes Güssing.“

Reaktionen, Stimmen, Visionen und Wünsche

Der Stiftungskurator der Burg Güssing, Ladislaus E. Batthyány-Strattmann, zur aktuellen Diskussion: „Die Pläne für die Burg (Veranstaltungszentrum) sehen wir aus momentaner Sicht `zurückhaltend positiv´.“

Die Besucher des Informationsabends hatten einige Fragen und Wünsche im Gebäck. „Angenommen, das KUZ `gewinnt´, was geschieht mit den 35 Millionen, die übrig bleiben, weil das Burg-Objekt nicht realisiert wird? Bekommt das dann die Stadt Güssing?“, wollte Kurt Gröller wissen.

Elfi Jaindl hat auch einen Wunsch für die Zukunft der Burgstadt: „Das Kulturzentrum mit einem permanenten Gastronomieangebot mit schönem Ambiente wie einem Wintergarten wäre wichtig für Reisegruppen oder für Hochzeiten und damit eine große Bereicherung für die Stadt.“