Holzgas: Alleskönner aus der Burgstadt Güssing

Erstellt am 15. April 2022 | 05:34
Lesezeit: 3 Min
Richard Zweiler aus Güssing ist Geschäftsführer der GET – Güssing Energy Technologies. Er und sein Team haben sich schon lange der Erforschung von Biomasseenergie verschrieben.
Werbung

Nicht nur das Burgenland könnte schon seit geraumer Zeit Co2-neutrale Energie (Strom, Wärme, Treibstoff) erzeugen und verwenden, sondern ganz Österreich. Genau genommen, über den Tellerrand der herkömmlichen Energieerzeugung geblickt, die ganze Welt. Womit? Der bereits vor 20 Jahren in Güssing entwickelten Holzgas-Technologie. Das GET-Institut beschäftigte sich in den letzten Jahren damit, aus Synthesegas „alles“ erzeugen zu können. Eines von vielen Beispielen: Bio-Methan. Zweiler erzählt: „Die Biomethanerzeugung ist momentan interessant wegen der europaweiten Initiative ‚greening-the-gas‘, einem beschlossenen Vorhaben der Energieversorger mit verpflichtenden Zielen. In Österreich sollen zum Beispiel fünf Terawattstunden an grünen Gasen ins Gasnetz gebracht werden.“

Das Entscheidende an Richard Zweilers Synthesegas ist, dass daraus durch das Zusammenmischen neue Produkte wie („grün“ versteht sich) Erdgas, Diesel, Butanol, Chemikalien oder auch Ethanol erzeugt werden können; den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. „Biomethan und flüssige Treibstoffe sind ein Thema, weil wir sie ganz einfach brauchen werden. Auch wenn alle Pkws auf Elektro umgestellt werden, brauchen wir zumindest für den Flugverkehr flüssige Treibstoffe.“

Biomasse als sichere Zukunftschance

Können Biomassekraftwerke zur Rettung des Klimas beitragen? Ja, definitiv. Einerseits, da Biomasse überall zu Genüge vorhanden und ein breitgefächerter Begriff ist, unter den sowohl tierische als auch pflanzliche Stoffe fallen. Aus Mist/Gülle über (Schad-)Holz, Pflanzen, Druschabfälle, Biomüll, herkömmlichem Müll und vielen weiteren Stoffen kann klimaschonend synthetisches Gas erzeugt werden. Die daraus resultierenden Produkte in Kombination mit Sonnen- und Windenergie können der Weg in eine Co2-neutrale Zukunft und die Antwort auf den spürbaren Klimawandel sein. Der Fokus im GET liegt darauf, die Technologien zu entwickeln. Dieser Teil der Arbeit ist mit ihren fixfertigen, anwendbaren Verfahren längst erfüllt. Jetzt liegt es an Investoren, dem Burgenland, Österreich und der EU, die erneuerbare Energieerzeugung auch hinsichtlich Biomasse endgültig und produktiv ins Rollen zu bringen.

Zweiler und sein Team werden bei der langen Nacht der Forschung am 20. Mai von 17 bis 23 Uhr im Technologiezentrum vertreten sein.

Werbung