Nachhaltig: In Ollersdorf wird Energiezukunft gelebt

50 Photovoltaikanlagen wurden mit Bürgerbeteiligung umgesetzt. Salzwasserspeicheranlage hält Notstromversorgung aufrecht.

Erstellt am 04. Juni 2021 | 11:07
440_0008_8093686_owz22cari_or_ollersdorf_strobl_solar_
Ökoenergiepark. Der „solar.two“ Energie-Pavillon wird in den Ökoenergiepark eingebettet, als Infopoint zur Verfügung stehen und E-Mobilität sowie erneuerbare Energie„erlebbar“ machen. Der Ökoenergiepark Ollersdorf wird neben dem „solar.two“ Pavillon und den dazu gehörenden Smart Street-Beleuchtungsmasten mit Infopoint, sowie dem bestehenden Photovoltaik-Carport eine zentrale Rolle als Begegnungs- und Kommunikationsraum spielen.
Foto: zVg

Wenn es um Engagement im Bereich der erneuerbaren Energie und des damit verbundenen Klimaschutzes geht, dann ist man in Ollersdorf genau richtig, dort spielt man nämlich mittlerweile sogar im internationalen Vergleich in einer ganz eigenen Liga.

Mit ihren nachhaltigen Energiekonzepten — Errichtung von rund 50 Photovoltaik-Anlagen mittels Bürgerbeteiligungsmodellen, Versorgung der Wallfahrtskirche mit zwischengespeichertem Photovoltaik-Strom, Black-Out-Vorsorge durch einen innovativen Salzwasserspeicher — hat der rund 1.000-Seelen-Ort beinahe alles, was das Energie-Herz höherschlagen lässt.

Anzeige

bvz22OSG_Ollersdorf_98x135_NP_x4
zVg

Aber von Beginn an: Die Gemeinde Ollersdorf installierte zu Beginn eine 40 kWp Photovoltaik-Anlage zur Erhöhung der Eigenversorgung auf dem Dach des Amtshauses und der Volksschule. Zudem wurden bereits vier Bürgerbeteiligungs-Aktionen zur Installierung von Photovoltaikanlagen abgeschlossen, nun läuft die fünfte an. „15 Interessenten stellen dafür ihre Dachflächen zur Verfügung, 15 weitere tragen zur Finanzierung bei“, erklärt Bürgermeister Bernd Strobl.

Bei den bisherigen vier Aktionen wurden rund 50 Anlagen zur Erzeugung von Sonnenstrom installiert. Damit kann die Gemeinde mehr Strom produzieren als für den Betrieb seiner Gebäude und öffentlichen Anlagen notwendig ist. Mittlerweile ist rund ein Viertel der Bevölkerung beteiligt. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt rund 400.000 Euro.

Sogar die Pfarrkirche Ollersdorf wird mit regional gewonnenen, zwischengespeicherten Solarstrom versorgt – Sie ist damit die österreichweit erste Kirche mit einer derart innovativen Speicherlösung. Finanziert wurde die Anlage von Gläubigen der Pfarrgemeinde.

Ein Salzwasserspeicheranlage bewerkstelligt für das Gemeindeamt/Feuerwehrhaus der Marktgemeinde eine Notstromfunktionalität im Sinne der Erhaltung der Energieversorgung für kritische Infrastrukturen mit einer Blackout-Überbrückungszeit bis zu 72 Stunden.

Ziel der Gemeinde ist es, dass die öffentliche Hand durch ihre Vorbildwirkung die Bevölkerung für das Thema begeistert und letztendlich auf den Weg in die nachhaltige Energie-Zukunft mitnimmt.

Startschuss: „solar.two“ im Ökoenergiepark

Im Jahr 2012 hat die Gemeinde Ollersdorf mit neun weiteren Orten den Grundstein für die Klima- und Modellregion gelegt. Ziel ist es, die Energie, die vor Ort erneuerbar gewonnen wird, so intelligent zu verteilen und speichern, dass möglichst wenig Energie in übergeordnete Netze gehen muss. Über das Innovationslabor „Act4.Energy“ mit Sitz in Stegersbach arbeiten alle beteiligten Gemeinden hinweg zusammen. Ollersdorf nimmt hier als Standort für das „solar.two“ im Ökoenergiepark eine ganz besondere Rolle ein. Hier wird es unter anderem „Elektromobilität zum Angreifen“ geben.

Ausgestattet wird das Gebäude mit Bildschirmen und Schautafeln sein, die die Funktionsweise von Elektrofahrzeugen erklären. Bereits in Betrieb ist eine Ladestation für Autos, eine weitere Station für das Aufladen von Elektrofahrrädern ist geplant. Der Strom dafür kommt von der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindeamtes.

Das „solar.two“ soll 2021 fertiggestellt werden. Gefördert wird das rund 200.000 Euro schwere Gesamtprojekt im Rahmen des EU-Regionalprogramms „Südburgenland Plus“ aus Mitteln von Bund, Land und EU.