Kameradschaft seit 1908 in Stegersbach

Seit vielen Jahren prägt der Kameradschaftsverein das Leben in der Gemeinde mit. Der ÖKB Ortsverband Stegersbach resumiert über seine mittlerweile 114-jährige Geschichte.

Erstellt am 11. Juni 2021 | 06:57
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Bei der Visitation: Karl Murlasits, Horst Heigl Bischof Ägidius Zsifkovits, Bürgermeister Heinz Peter Krammer, ÖKB-Ortsverbandsobmann Wernder Seidl und Otto Mandler.
Foto: BVZ

Der örtliche Kameradschaftsverein ist älter als das Burgenland. Bis heute wird der Kontakt gepflegt, den Werten ist man über alle Jahre hinweg treu geblieben.

„Veteranenverein“ bildete den Start

Schon im Jahr 1908 wurde der „Veteranenverein Stegersbach“ gegründet. Mitglied konnte nur der werden, der seine Militärdienstzeit in der K. u. K. Armee absolviert hatte. „Die Ziele waren Pflege der Kameradschaft, der Geselligkeit, Bildung und Heimatbewusstsein. Eine weitere Aufgabe sah der Verein in der Unterstützung von in Not geratenen Kameraden und deren Familien“, erklärt der heutige Obmann Werner Seidl. Bei offiziellen Anlässen wurde eine einheitliche Uniform getragen, die aus einer schwarzen Hose, schwarzen Mütze, die mit einer gelber Schnur umrandet und mit einem weißen Federbusch versehen war, bestand. Dazu trug man einen langen Säbel. Die Vereinsfahne und eine komplette Uniform ist heute noch im Museum in Eisenstadt zu sehen.

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Zwischenzeitliches Ende des Vereins 1938

1924 wurde der „Veteranenverein“ dann zum „Heimkehrerverein“. Seine Mitglieder waren heimkehrende Soldaten, die Ziele waren ident mit denen des Veteranenvereins. Die Mitglieder trugen Tellermützen mit Vereinsabzeichen und eine Armbinde mit der Aufschrift „Kameradschaftsverein Stegersbach“. 1926 wurde die Vereinsfahne geweiht, das Geld dafür kam von Auswanderern aus Amerika. Sie war bis 1938 die Vereinsfahne und ist nun auch im Museum in Eisenstadt zu sehen. 1938 musste auch dieser Verein aufgelöst werden. Erst nach dem Abschluss des Staatsvertrages und dem Abzug der Besatzungsmächte konnte an eine Neugründung des Vereins gedacht werden.

Neugründung mit

großem Interesse

Am 18.2.1956 war es dann so weit. Im Gasthaus Anna Novosel fand die Gründerversammlung statt, 98 Mitglieder waren anwesend und zum Obmann wurde Altobmann Franz Siderits gewählt. Sein Nachfolger wurden 1957 Vinzenz Ivanciscs, 1966 Julius Popofsits, 1983 Franz Kirisits, 1996 Franz Ernst, seit 2015 ist Werner Seidl mit diesem Amt betraut.

Von der Spendenaktion bis zum „Schnapsen“

Heute zählt der Verein 150 Mitglieder und bildet einen festen Bestandteil im Gemeindeleben. Es werden kirchliche Feste begleitet, ein Stand am Adventmarkt betrieben und einmal im Jahr ein „Schnapsen“ ausgerichtet, zu dem gerne Vereine aus der Umgebung eingeladen werden. Auch sozial ist man sehr engagiert. So wurden beispielsweise bei dem Hochwasser in Niederösterreich 2013 Spenden gesammelt und übergeben.

Die monatlichen Treffen wurden vor Corona in der Taverne abgehalten und man hofft, dass auch hier wieder Normalität einkehrt und die sozialen Kontakte weiter gepflegt werden können.