Kultur in Güssing im Fokus. In der Burgstadt sorgt die Frage, welcher Kulturstandort ausgebaut werden soll, weiterhin für viel Redebedarf.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 29. Oktober 2020 (04:27)
Der Bau aus den 70er Jahren muss sich einer Renovierung unterziehen - ob das Land in das Kulturzentrum investiert, ist aber ungewiss.
BVZ

Ob in die Burg oder das Kulturzentrum Geld für einen Ausbau fließen soll, ist nach wie vor ein umstrittenes Thema im Bezirksvorort. Das Land möchte in den Kulturstandort Güssing investieren (die BVZ berichtete). Die Bürger sollen entscheiden, welcher Standort präferiert werden soll. Im kommenden Jahr soll darüber eine Umfrage gestartet werden, in der der ganze Bezirk über dieses Thema entscheiden kann.

Mondschein: „Es gibt kein Entweder - oder“

Für ÖVP-Vizebürgermeister Alois Mondschein ist das ein Grund zur Sorge: „Wir lassen uns vom SPÖ-Landeshauptmann kein entweder – oder aufzwingen! Die Frage, ob die Burg oder das KUZ wichtig ist, ist ganz einfach zu beantworten: Wir brauchen sowohl als auch und nicht entweder - oder. Wir lassen uns vom Landeshauptmann nichts Bestehendes wegnehmen. Offenbar ist Güssing dem Landeshauptmann Doskozil egal, anders kann diese `Burg-oder-KUZ-Umfrage´ nicht erklärt werden“, so Alois Mondschein, der weiter betont: „Auch der Umstand, dass der ganze Bezirk Güssing an der Umfrage teilnehmen kann, ist unverständlich. Hier geht es um uns Güssinger, um unser Wahrzeichen und unsere Kultur.“

Antrag im Vorfeld der Gemeinderatssitzung

Die Vertreter der ÖVP möchten in dieser Causa nun verstärkt aktiv werden. Deshalb wurde vor der nächsten Gemeinderatssitzung, die am 5. November (19.30 Uhr) in der Mittelschule stattfindet, ein Antrag zu einem weiteren Tagesordnungspunkt eingebracht. Darin ergeht eine Aufforderung an Bürgermeister Vinzenz Knor (SPÖ), an das Land Burgenland heranzutreten um eine Sanierung und Erhaltung der Burg als historisches Kulturgut sowie die Errichtung eines neuen Veranstaltungszentrums in Güssing zu erreichen.

„Die Verantwortlichen im Land haben uns bereits beim Aktivpark, dem Sportzentrum der Stadt, im Stich gelassen. Das darf für unsere Kultur nicht schon wieder passieren“, erläutert Mondschein. Bürgermeister Vinzenz Knor zur Causa: „Wir werden das in der kommenden Sitzung besprechen.“ Sollte für den Antrag in der Gemeinderatssitzung keine überwiegende Zustimmung gefunden werden, wird die Stadt-ÖVP weitere Schritte in Erwägung ziehen.