Covid-Impfung: Nachfrage größer als Angebot. Laut den Impfärzten in den Bezirken Jennersdorf und Güssing fehlt es nur mehr an Impfstoff.

Von Silke Katschner. Erstellt am 19. April 2021 (06:01)

Laut den südburgenländischen Impfärzten befindet sich die Durchimpfung der Bevölkerung aktuell auf einem guten Weg. Geimpft wird aktuell in den bestehenden Impfstraßen, sowie den jeweiligen Arztpraxen der gemeldeten Impfärzte.

Wer, zu welchem Arzt kommt, können die Mediziner nicht beeinflussen. „Wir bekommen vom Land die Patienten zugewiesen, darauf haben wir auch keinen Einfluss“, erklärt Frauenärztin Doris Ulreich-Laussermayer.

Anmeldung nur über das Online-System

Für die Impfung anmelden kann man sich nicht direkt, aktuell gibt es nur das Vormerksystem des Landes. Allgemeinmediziner Ernst Eicher erklärt den Ablauf: „Der Patient oder die Patientin lässt sich online vormerken. Wenn der Patient ein Risikopatient ist, dann mache ich die Risikobewertung. Dann kommt er auf die Warteliste, je nach Priorisierung. Anschließend werden die Leute den Ärzten zugeteilt.“ Wenn Impfdosen übrig bleiben, dann werde in der Reihenfolge der Warteliste durchtelefoniert.
Mit dem Durchimpfungsverlauf sei der Mediziner durchaus zufrieden: „Wir haben alle bettlägerigen Patienten von Mogersdorf bis Neuhaus bereits impfen können. Da war ich zwar bis 22:30 Uhr unterwegs, aber das ist mir egal.“

Zu wenige Impfdosen als einziges Problem

Rund 70 Impfungen nimmt unter anderem Güssings Mediziner Heinz Lang pro Woche vor. „Die Nachfrage ist derzeit größer als das Angebot“, stellt der Allgemeinmediziner fest. Auch sein Kollege Ernst Eicher sieht das so: „Das einzige Problem ist, dass wir zu wenige Impfstoffe haben. Nur daran scheitert es.“
Teilweise bestehen Patienten auch auf einen bestimmten Impfstoff, wie Frauenärztin Doris Ulreich-Laussermayer aus Stegersbach erzählt: „Wir haben bis jetzt nur Pfizer und Moderna gehabt, wir erfahren auch erst drei, vier Tage vorher, welchen Impfstoff wir bekommen. Das ist generell für uns ein wenig schwierig, wir bekommen immer erst wenige Tage vorher mitgeteilt, wann wir impfen, welche Personen und welchen Impfstoff.“ Die zusätzliche, vor allem kurzfristige Belastung sei anstrengend. „Am letzten Freitag wäre ich fast durchgedreht. In der Praxis ist generell sehr viel los und das Impfen bereitet zusätzlich Stress. Silke, meine Ordinationsempfangsdame, war auch schon am Limit“, führt die Medizinerin weiter aus.

Mittlerweile ist gar ein leichter Anflug von „Neid“ bezüglich der Funktion als Impfarzt spürbar. „Manche Ärzte sind enttäuscht, dass nicht ausgewählt wurden“, erklärt die Frauenärztin. Die Verunsicherung bezüglich des AstraZeneca Impfstoffs spürte auch Heinz Lang: „Es gibt bei allen Impfstoffen Nebenwirkungen, aber nach zwei bis drei Tagen sind sie wieder vorbei. Die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose ist äußerst gering. Durch die neue, britische Variante ist die Impfung äußerst wichtig, nur so kommen wir durch die Pandemie. Mit dem Virus kann man nicht diskutierten.“

Ähnlich sieht das auch Ernst Eicher: „Durch die Medien wollen die Leute diesen Impfstoff eher nicht. Zuerst kommen immer die Sensationsmeldungen, dann erst die wissenschaftlichen Meldungen. Das sollte nicht so sein.“

„Hätte lieber anderen Impfstoff gehabt“

Vor rund zwei Wochen wurde der Jennersdorfer Mathias Spitzer geimpft. Er absolviert aktuell eine Ausbildung zum Pflegefachassistent an der Gesundheits- und Krankenpflegerschule in Oberwart. „Das Impfen selbst hat nichts getan, die nächsten sechs Stunden hat auch keiner aus meiner Klasse etwas gespürt. Dann begann das Fieber und der Schüttelfrost. Nur einer aus unserer Klasse hat kein Fieber bekommen. Nach zwei Tagen war es vorbei, wobei der zweite Tag nicht schlimm war. Man braucht halt einfach ein bisschen Ruhe“, erklärte der angehende Pflegefachassistent gegenüber der BVZ.

Wenn er die Wahl hätte, dann wäre AstraZeneca auch nicht seine erste Wahl gewesen: „Ich hätte lieber einen anderen Impfstoff gehabt.“ Dennoch hat er sich für eine Impfung entschieden. „Meine Ausbildung hätte ich auch ohne die Impfung weiter machen können, aber bei den nötigen Praktika, hätten uns die Stationen womöglich ablehnen können“, erklärte Spitzer seine Überlegungen.