Kein Blackout durch Batteriespeicher. In Athen fiel der Startschuss zum Projekt „Merlon“, das dem Südburgenland einen der größten Batteriespeicher beschert.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 30. Januar 2019 (06:27)
EEE
Erstes Projekttreffen in Athen. Philipp Novakovits, Tasos Tsitsanis, Antonis Papanikolaou, Martin Zloklikovits und Joachim Hacker.

Die Vorzeigeregion für erneuerbare Energie, das ökoEnergieland, lässt mit einem neuen Projekt aufhorchen. Der in Biomassekraftwerken oder Photovoltaikanlagen produzierte Ökostrom ist ein nicht steuerbarer und schwer zu prognostizierender Energieträger. Das stellt die Stromnetze vor viele Herausforderungen. Nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa.

Sichere Versorgung und stabiles Netz

Deshalb soll in den nächsten drei Jahren in zwei Projekten mit Partnern aus ganz Europa untersucht werden, wie noch mehr erneuerbarer Strom ins Netz gebracht und gleichzeitig die Netzstabilität und Versorgungssicherheit erhöht werden kann. Im Zuge dieser Projekte wird deshalb in Güssing einer der größten Batteriespeicher Österreichs errichtet.

Joachim Hacker, der Geschäftsführer des EEE (Erneuerbare Energie Güssing), bringt die Problematik genau auf den Punkt: „Wir haben in den ländlichen Regionen schon jetzt die Situation, dass die Netzbetreiber durch sehr viele Biomasse und Photovoltaikanlagen vor Herausforderungen stehen und teilweise auch an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen, um die Netzstabilität aufrecht zu erhalten. Auf der anderen Seite gibt es die Klimaziele, die es zu erreichen gilt. Diese werden aber nur mit einem weiteren Zuwachs Erneuerbarer Energien zu bewältigen sein.“

Ein weiteres Thema der Projekte wird auch die Entwicklung von neuen, intelligenten Netzen, sogenannten „Smart Grids“ sein. „Der Strommarkt steht vor der nächsten großen Revolution – Elektromobilität, das Haus als Kraftwerk, Smart Meter, Digitalisierung & Co machen den Weg frei für neue Marktstrukturen, neue Dienstleistungen und Services. Der Endnutzer wird dabei eine immer aktivere Rolle einnehmen.“, erklärt dazu Projektleiter Philipp Novakovits vom EEE. Er freut sich ganz besonders darüber, dass das ökoEnergieland mit den neuen Projekten wieder eine Pilotregion in Europa ist.