Bürgermeister-Wahl: Wenn der Neffe statt dem Onkel

Erstellt am 03. Juni 2022 | 05:45
Lesezeit: 3 Min
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20 Jahre lang lenkte Martin Frühwirth die Geschicke der Gemeinde Kleinmürbisch. Im Herbst geht jetzt Andreas Frühwirth, der Neffe des Langzeitortschefs, ins Rennen, um den Bürgermeistersessel.
Foto: BVZ
Martin Frühwirth wird nach 20 Jahren nicht mehr als Bürgermeister in Kleinmürbisch kandidieren. Das Amt soll aber auch zukünftig in der Familie bleiben, denn Neffe Andreas soll es jetzt richten.
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Dass der Bürgermeister in Kleinmürbisch auch nach den Wahlen am 2. Oktober Frühwirth heißen wird, steht nach aktuellem Stand, hoch im Kurs.

Statt Martin Frühwirth wird allerdings Andreas Frühwirth für die SPÖ für das höchste Amt im Ort kandidieren, der Neffe des Langzeitbürgermeisters, der sich nach 20 Jahren entschlossen hat, mit der Gemeindepolitik Schluss zu machen.

„Irgendwann muss man den Weg für die Jungen frei machen und der beste Zeitpunkt ist jetzt dafür. Mit Andreas haben wir einen jungen, aber dafür bereits als Gemeindevorstand sehr erfahrenen Kandidaten gefunden“, streut der Ortschef seinem „Wunschnachfolger“ Rosen. Stichwort jung: Jung wird auch das Team von Andreas Frühwirth. „Unter den ersten zehn Kandidaten bin ich mit 33 der Drittälteste“, rechnet der Versicherungsvertreter vor.

Martin Frühwirth wird sich nach 31 Jahren in der Gemeindepolitik, davon 20 Jahre als Bürgermeister, im Herbst aus allen Ämtern verabschieden. „Trotzdem stehe ich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt der Ortschef, der noch bis zur Wahl in Amt und Würden bleibt.

Auf seine Amtszeit blickt Martin Frühwirth mit einem zufriedenen Auge zurück. Die Sanierung von Feuerwehr- und Gemeindehaus, der neue Bauhof, die Erweiterung des Fuhrparks, Investitionen ins Wegenetz, der Dorfbus, der Bau von Wohnungen, einer Sportanlage und eines Spielplatzes, können sich sehen lassen.

Wehmütig wird der Ortschef aber beim Gespräch über die triste Suche nach einem neuen Wirt, nachdem das letzte Gasthaus geschlossen hat. Und da kommt Neffe und Bürgermeisterkandidat Andreas ins Spiel. „Das ist eines unserer größten Vorhaben, dass wir entweder einen Wirt finden oder möglicherweise über einen Verein selbst aktiv werden, um den Menschen im Ort wieder einen Treffpunkt anbieten zu können.“

Der fehlende Wirt im Ort bereitet Kopfweh

Auch einen passenden Ort hätte man seitens der SPÖ mit dem Umbau des Untergeschosses des Gemeindehauses schon seit Jahren gefunden. „Eine Geschichte, die uns allerdings auch schon viel Kopfweh gemacht hat“, wirft der Ältere der beiden Frühwirths ein.

„Trotzdem ein Projekt, welches für die Dorfgemeinschaft enorm wichtig ist, bedenkt man, dass es aktuell im Ort nicht einmal die Möglichkeit gibt, zu einem Totenmahl zu laden oder zum Kartenspielen oder zu welchen Feierlichkeiten auch immer“, zeigt sich der jüngere Frühwirth voller Motivation für seine künftige Aufgabe. Guter Dinge ist das Duo auch, was den Ausbau des Breitbandnetzes angeht. „Da läuft alles darauf hin, dass wir im Herbst starten können“, erklären die beiden.

Die ÖVP, die wie die SPÖ aktuell mit vier Mandaten im Kleinmürbischer Gemeinderat vertreten ist, hat für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl noch keinen Spitzenkandidaten aufgestellt. Fix ist, dass der bisherige FPÖ-Gemeinderat Edmund Hamerl mit einer Bürgerliste antritt und sich auch der Bürgermeisterwahl stellen will.

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