Aus für Gericht, aus für Anwälte?. Carina Ganster über die Zusammenlegung der Bezirksgerichte Güssing und Jennersdorf.

Von Carina Fenz. Erstellt am 08. Februar 2017 (05:24)

Die Schließung des Bezirksgerichts Jennersdorf fällt in die Kategorie „gut gemeint ist schlecht gemacht“. Vielen Beobachtern war klar, dass das Gericht mit nur einer Richterstelle auf lange Sicht nicht zu halten sein wird.

Für die einen eine Farce und eine weitere Aushöhlung des ländlichen Raums inklusive der Angst vor einer weiteren Schließungswelle, für die anderen nur die logische Konsequenz. Die Schließung beziehungsweise Zusammenlegung von Bezirksgerichten stößt vor allem bei den Bürgermeistern des Bezirks auf große Gegenwehr.

Zwar kann man durch die Zusammenlegung kleinerer Gerichte Verwaltungsausgaben einsparen, das große Geld ist damit aber wohl nicht zu machen. Außerdem könnten sich Verfahren aufgrund der größeren Entfernung verzögern.

Und nicht zuletzt verliert der Bezirksvorort damit an Bedeutung, die Abwanderung von Anwälten und Notaren wird befürchtet. Insgesamt geht die Schließung also sehr wohl auf Kosten des ländlichen Raums. Einziger Gewinner dabei ist das Justizministerium, das sich durch die Maßnahme Geld erspart. In Summe verliert Jennersdorf aber sicherlich mehr, als im Endeffekt eingespart wird.