Die Leidenschaft als echte Basis. Über das Comeback von Julia Dujmovits im Profisport.

Von David Marousek. Erstellt am 03. Oktober 2020 (03:11)

Julia Dujmovits überrascht anscheinend gerne. Zum ersten Mal machte sie das 2014, als sie bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi mit der Goldmedaille im Snowboard-Parallelslalom heimkehrte. Das Burgenland war plötzlich ein Wintersport-Hotspot und Sulz im Außnahmezustand. Vier Jahre später überraschte sie erneut und kündigte unmittelbar nach dem Ausscheiden im TV ihren Rücktritt an, ebenfalls bei den Olympischen Spielen, dieses Mal jedoch in Pyeongchang.

Nun dauerte es nur zwei Jahre, bis die 33-jährige Sulzerin erneut alle überraschte. Ohne Pressekonferenz, ohne Fototermin, ohne Vorab-Ankündigung, eröffnete sie erneut live im TV ihren Rücktritt vom Rücktritt. Zum ersten Mal seit 2017/18 sei sie laut eigenen Aussagen wieder topfit. Das Herz hätte sich gegen den Kopf durchgesetzt.

Eine Motto, das im Leistungssport sicherlich nicht das schlechteste ist. Als Ziel gab die Sulzerin die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking aus, einer Medaille wird erneut alles untergeordnet. Ob nach zwei Jahren ohne Wettbewerb so ein Erfolg realistisch ist? Schwierig zu prognostizieren. Was einmal zählt ist die Dankbarkeit, nach vielen Verletzungen den geliebten Sport erneut schmerzfrei ausüben zu können. Denn damit glüht wieder die Leidenschaft – und das ist eine echte Basis für das Comeback.