Abwägen und neu denken

Über den geplanten Bildungscampus für das Untere Pinka- und Stremtal.

Erstellt am 10. Juni 2021 | 02:47

Die Verhandlungen zur Errichtung eines Bildungscampus für das Untere Pinka- und Stremtal gehen am 2. Juli wieder einmal in die letzte Runde. Das ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen den Bürgermeistern und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Es ist ein mühsamer Weg, der sich vor allem am Widerstand von Strem und Heiligenbrunn, regt. Die Argumente der Ortschefs: die geografisch bedingte Orientierung nach Güssing und die Nicht-Berücksichtigung von Kindergarten und Krippe. Viel mehr aber stellt man sich die Frage, warum man seitens des Landes unbedingt auf die Campuslösung mit einer Mittelschule pocht.

Aktuell besuchen nämlich nur knapp 100 Schüler die katholische Privatschule Josefinum. Davon kommt rund die Hälfte täglich aus Ungarn, die im Falle der Errichtung des Bildungscampus kein Recht auf einen Besuch einer öffentlichen Mittelschule in Österreich hätten, sofern sie nicht ihren Hauptwohnsitz begründen. Ein Argument also, die Zeit, bis zum 2. Juli zu nützen und abzuwägen, ob es nicht sinnvoller wäre einen Kindergarten mit Krippe ins Projekt einfließen zu lassen und das Josefinum in dem zu stärken, was es kann, nämlich Grenzen zu verbinden.