Auch Mediziner müssen umdenken. Carina Fenz über den drohenden Ärztemangel am Land

Von Carina Fenz. Erstellt am 05. September 2018 (03:08)

Das Problem der schlechter werdenden ärztlichen Versorgung auf dem Land ist kein Unbekanntes. Die Situation wird sich weiter zuspitzen, da bald viele Ärzte in Ruhestand gehen, von denen viele keine Nachfolger für ihre Praxen haben. Aktuell beschäftigt sich auch die Stadtpolitik in Jennersdorf mit dem Thema und will den drohenden Ärztemangel mit der Idee einer Gemeinschaftspraxis in den Griff bekommen. Ein guter Plan, denn lediglich einen finanziellen Anreiz zu schaffen, ist schon längst kein Rezept mehr gegen den Ärztemangel. Viel wichtiger ist es, das Bild vom immer im Dienst befindlichen Hausarzt zu entstauben. Viele der jungen Ärzte wünschen Teilzeitregelungen und lassen sich auch nur auf dem Land nieder, wenn gute Schulen für ihre Kinder in der Nähe sind. Eine gute hausärztliche Versorgung auf dem Land ist also mehr als die Frage von ausreichend ausgebildeten Medizinern. Sie muss Teil eines Gesamtkonzepts zur Stärkung des ländlichen Räumes sein. Aber auch Mediziner müssen umdenken. An vielen Universitäten führt die Allgemeinmedizin kein gutes Dasein. Für die breite Gesundheitsversorgung ist die Allgemeinmedizin aber die wichtigste Grundlage.