Bedingungen als großes Problem. Carina Fenz über den fehlenden Nachwuchs in Gastronomie und Tourismus.

Von Carina Fenz. Erstellt am 12. September 2018 (03:50)

Der Haubengastronom Philipp Kroboth hat genug von der Selbstständigkeit und sperrt seine „Kanzlei“ überraschend zu. Nicht weil ihm die finanzielle Belastung ein Dorn im Auge ist, sondern weil die Umstände ein Lokal zu führen immer schwieriger werden und die Rahmenbedingungen fehlen.

Vor allem aber ist es der Mangel an Arbeitskräften, die den studierten Juristen, der seine Leidenschaft — das Kochen — zum Beruf gemacht hat, zum Aufgeben zwingen. Ein bekanntes Problem in Gastronomie- und Tourismusbetrieben. Das klingt in Zeiten von „Rekordarbeitslosigkeit“ absurd, ist aber bittere Realität. Schon bei der Lehre zählen die Berufe Koch und Kellner zu jenen mit den meisten offenen Stellen.

Oft werden willige Arbeitskräfte ohne einschlägige Ausbildung engagiert, was qualifiziertes Personal hingegen abschreckt. Die große Misere in der Branche sind aber die unregelmäßigen Arbeitszeiten. Kein Wunder also, dass die Nachwuchsprobleme in der Gastronomie immer mehr werden, auch wenn die finanziellen Anreize in der Branche langsam steigen. Fakt ist, Menschen wollen arbeiten, aber nicht alle können das zu den Bedingungen, die der Arbeitsmarkt von ihnen verlangt.