Brauchen wir einen Frauentag?. Über die Stellung der Frau in der Gesellschaft.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 11. März 2020 (03:30)

Am vergangenen Sonntag wurde der Internationale Frauentag begangen. Blumen wurden verteilt, in vielen Gemeinden wurde ein gemeinsames Frühstück organisiert und ein Film über Johanna Dohnal, der ersten Frauenministerin Österreichs, wurde landauf, landab vorgeführt. Aber brauchen wir im Jahre 2020 wirklich einen speziellen Tag nur für Frauen? Sind wir nicht fortschrittlich genug, dass die Gleichberechtigung in allen Bereichen unseres Alltags schon Einzug gehalten hat und eine Selbstverständlichkeit in unserem Leben darstellt? Da muss man, wenn man die Tatsachen realistisch betrachtet, sagen: leider nein.

Nach wie vor sind es meistens die Frauen, die mit der Geburt des ersten Kindes in ihrer Karriere zurückstecken. Trotz geänderter Karenz-Regelung. Auch in der Politik sind die Frauen noch immer in der Minderheit. In den Bezirken Güssing und Jennersdorf gibt es beispielsweise nur drei Bürgermeisterinnen. Auch wenn wir nun die erste Landtagspräsidentin und die erste Landeshauptmann-Stellvertreterin haben: Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, bis die Gleichstellung von Mann und Frau Realität ist. Und bis dahin braucht es auch solche speziellen „Frauen-Tage“, damit die Gesellschaft eine gerechtere wird.