Ende, wie im schlechten Film

Über die Akte Güssinger Mineralwasser

Erstellt am 30. April 2020 | 03:52
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In der Akte Güssinger Mineralwasser könnte schon bald die letzte Seite geschrieben werden. Ein über den Mineralwasserabfüller Anfang März eröffnetes Sanierungsverfahren ist gescheitert. Der Sanierungsplan wurde mangels Finanzierung zurückgezogen. Vom Masseverwalter erhofftes Geld — welches vom Eigentümer hätte kommen sollen — ist nicht geflossen.

Eine traurige Tatsache, die aber nicht verwunderlich ist, denn um Güssinger tobte in den letzten Monaten ein Kampf zwischen osteuropäischen Investoren. Der Streit hatte alle Elemente eines Krimis: Russenmafia, Mordaufträge, Betrug. Gemunkelt wurde auch darüber, dass es beim angebotenen Verkauf des österreichischen Wassers im Ibizia-Video um Güssinger ging. Ein Verdacht, der sich nie bestätigte.

Für das Traditionsunternehmen jedenfalls deutet sich ein trauriger Abschied von der Bildfläche an, denn nach mehr als 100-Jahre-Firmengeschichte, hätte sich Güssinger Mineralwasser eigentlich kein Ende verdient. Aber angesichts des geringen Interesses von möglichen Käufern, wird der Verkauf der Abfüllanlage zumindest finanziell gesehen ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Was übrig bleibt, ist ein Imageschade, dessen Korrektur zu einer Mammutaufgabe geworden wäre.