Es braucht jetzt viel Gespür. Über Fehler aus der Vergangenheit am Beispiel der Volksschule Henndorf.

Von Carina Fenz. Erstellt am 14. Mai 2020 (02:19)

Während immer mehr Kleinstschulen aufgrund geringer Schülerzahlen zusperren müssen (Großmürbisch im Schuljahr 2020/21), sind es in der Volksschule Henndorf Renovierungsarbeiten, die laut Bildungsdirektion nicht mehr warten können und einen Schulbetrieb im kommenden Schuljahr nicht mehr möglich machen. Eine Elterninitiative kämpft jetzt um den Schulerhalt und versetzt man sich in deren Lage, dann ist es nur selbstverständlich, dass diese „ihre“ Schule um jeden Preis erhalten will.

Denkt man aber an die Lage der Gemeindeverantwortlichen, dann zeigt sich ein anderes Bild: Das aktuelle Problem rund um die Volksschule Henndorf ist hausgemacht, weil man in den vergangenen Jahren nie investiert hat, obwohl man am Luxus von drei Volksschulen in der Stadtgemeinde immer festhalten wollte. Die Gespräche zwischen Gemeinde und Eltern werden jetzt herausfordernd sein und viel Gespür brauchen, auf beiden Seiten. Denn einerseits werden Kleinstschulen angesichts der demografischen Entwicklung über kurz oder lang ohnehin zusperren müssen, auch weil deren Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist. Aber andererseits ist es eine schlechte Option, Kinder für Fehler aus der Vergangenheit bezahlen zu lassen.