Mehr Bergdoktor würde gut tun. Über die schwierige Suche nach Allgemeinmedizinern am Land.

Von Carina Fenz. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:12)

Zwei Kassenstellen für Allgemeinmediziner in Jennersdorf waren in den letzten Monaten ausgeschrieben, eine davon zum fünften Mal. Die gute Nachricht: Vier Bewerber haben sich gemeldet, die Jennersdorfer werden auch weiter medizinisch versorgt sein.

Am Beispiel von Jennersdorf sieht man, dass der Kurs des Landarztes gar nicht so hoch im Kurs steht, wie es die Zuschauerquoten beim „Bergdoktor“ vielleicht vermuten ließen. Immer öfter können Stellen im ländlichen Bereich nicht besetzt werden. Trotz systemischer Eingriffe verbessert sich die Situation kaum. Auch der Wegfall des Bereitschaftsdienstes für die Ärzte durch die Implementierung der Akutordinationen scheint kein ausreichender Anreiz für Ärzte zu sein, sich am Land niederzulassen. Das mag daran liegen, dass der Ärztenachwuchs während der Ausbildung, fast nur mit der Spitalswelt in Berührung kommt.

Daher gäbe es eine höhere Hemmschwelle im niedergelassenen Bereich tätig zu werden. Im Umkehrschluss, ein fataler Weg, denn langfristig gesehen wird auch die Entlastung für die Krankenhäuser nur dann möglich sein, wenn auch die niedergelassene Struktur funktioniert. Die Lösung: Mehr Bergdoktor statt Emergency Room?